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OTS: BVE Bundesvereinigung d. Dt. Ernährungsindustrie / Nach dem Corona-Jahr: ...

18.06.2021 um 13:39 Uhr

Nach dem Corona-Jahr: Ernährungsindustrie vor Herausforderungen
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https://ots.de/foTmdN
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Berlin (ots) - Das Jahr 2020 stellte die Ernährungsindustrie vor nie dagewesene
Herausforderungen: Die Covid-19-Pandemie führte zu Einschränkungen in der
Produktion, zu unterbrochenen Lieferketten und partiellen Einbrüchen der
Nachfrage im In- und Ausland.

Beim Umsatz erlebten die deutschen Lebensmittelhersteller im Corona-Jahr einen
vergleichsweise "milden Verlauf": das Vorjahresergebnis konnte nahezu gehalten
werden und betrug rund 185 Mrd. Euro. Innerhalb der Branche gibt es allerdings
deutliche Unterschiede, besonders die Lieferanten für die
Gemeinschaftsverpflegung wie Kantinen, Mensen und Restaurants, darunter
insbesondere die Brauereien und Food-Service-Spezialisten, litten unter den
Lockdowns.

Während die Verkaufspreise im Inland mit einem Plus von 1,2% leicht anstiegen,
drohen steigende Kosten aus dem Ruder zu laufen.

"Die Ernährungsindustrie hat bereits im Corona-Jahr unter einem erheblichen
Kostendruck gelitten. Und dieser Druck verstärkt sich gerade: die
Transportlogistik wird immer teurer, die Rohstoffpreise steigen und dazu kommen
negative Standortfaktoren wie die höchsten Strompreise in ganz Europa", sagt
BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff.

Im Hinblick auf die Bundestagswahlen sagt Minhoff: "Verlässliche Ziele und
größtmöglicher Freiraum zu deren Erreichung sind das Credo der
Ernährungsindustrie. Denn das vergangene Jahr hat gezeigt, dass die
Privatwirtschaft oft schneller, flexibler und pragmatischer auf
Herausforderungen reagieren kann, als Politik und Verwaltung. Eine zukünftige
Bundesregierung sollte die Branche von der Fessel überbordender Bürokratie
befreien, um ihr ausreichende Wertschöpfung zu ermöglichen. Statt Gesetzen und
Verboten sind Innovation und Technologie die Schlüssel für nachhaltiges
Wachstum."

Auch beim Thema Beschäftigung steht die Branche vor großen Herausforderungen.
Während in den letzten Jahren konstant Beschäftigung aufbauen konnte, musste
2020 der erste Beschäftigungsrückgang seit zwölf Jahre verzeichnet werden.

Insgesamt beschäftigt die Branche in 6.163 überwiegend kleinen und
mittelständischen Betrieben 614.063 Menschen. Das sind etwa 4.700 Menschen
weniger als im Jahr zuvor. Wenngleich das Minus von 0,8 Prozent nur gering
ausfällt, so hat die Krise und der anhaltende Fachkräftemangel doch den
positiven Trend nun unterbrochen. Gleichzeitig gab es auch im Corona-Jahr 2020
13 neue Tarifabschlüsse in den ANG-Mitgliedsverbänden mit einem
durchschnittlichen Lohnzuwachs von 2,3 Prozent. Bei einer realen
Umsatzentwicklung von -0,8 Prozent gilt es, das anzuerkennen.

"Obwohl die Ernährungs- und Genussmittelindustrie gute und verlässliche
Arbeitsplätze bietet, verstärkt sich der Fachkräftemangel. Ein Hauptgrund ist
die geringe Nachfrage nach Ausbildungsplätzen in der Lebensmittelproduktion. 6
Prozent der Ausbildungsstellen blieben auch 2020 unbesetzt, hier werden jedes
Jahr viele Karrierechancen vertan", sagt ANG-Hauptgeschäftsführerin Stefanie
Sabet.

2020 zählte die Ernährungs- und Genussmittelindustrie 29.664 Auszubildende, das
sind 6 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Die Aus- und Weiterbildung ist
für die Sicherung des Fachkräftebedarfs und zur lebenslangen
Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von zentraler
Bedeutung.

"Eine der besten Lösungen für solide Staatshaushalte nach der Krise ist eine
positive Beschäftigungsentwicklung, hier brauchen wir jetzt Impulse. Der
Fachkräftemangel muss angegangen werden, mobiles Arbeiten benötigt keine
Pflicht, sondern ein modernisiertes Arbeitszeitgesetz und schließlich braucht es
Freiheiten und Spielräume für eine starke Tarifautonomie" so Sabet.

Die Jahresbilanz und weitere Zahlen finden Sie in der Statistikbroschüre 2021
der BVE unter: https://ots.de/d3VvqI

Weitere Informationen erhalten Sie außerdem im BVE-Jahresbericht 2020/2021
unter: https://ots.de/uMmaJI

Pressekontakt:

Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE)
Oliver Numrich
Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 30 200786-167
E-Mail: mailto:numrich@ernaehrungsindustrie.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/18130/4945869
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