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OTS: Kearney / Bewegung am M&A Markt: Konsumgüter- und Handelsunternehmen ...

22.06.2021 um 10:16 Uhr

Bewegung am M&A Markt: Konsumgüter- und Handelsunternehmen investieren
in Kundennähe (FOTO)
Düsseldorf (ots) - M&A Consumer & Retail Report 2021: Regionalität,
Schnelligkeit und Agilität sind die neuen Treiber für Transaktionen

"Nach einer merklichen Abkühlung durch die Pandemie nimmt das Fusionskarussel
wieder Fahrt auf", meint Dr. Mirko Warschun, Partner und Leiter der Handels- und
Konsumgütersparte der Managementberatung Kearney. "Dabei werden die Fusionen und
Übernahmen neuen Strategien folgen: Alles wird der Nähe zu den Verbrauchern
untergeordnet, die Unternehmen werden regionale, schnelle und agile
Geschäftsmodelle anstreben, die ihnen größtmögliche Nähe zu ihren Kundinnen und
Kunden erlauben."

Im ersten Jahr der Pandemie haben die Transaktionen in der Konsumgüter- und
Handelsbranche einen historischen Tiefstand erreicht, wie der aktuelle
M&A-Bericht 2021 für den Handel und die Konsumgüterindustrie von Kearney zeigt.
Seit 2016 hat sich der Wert aller weltweiten Deals mehr als halbiert: So liegt
er 2020 bei 205 Mrd. US-Dollar im Vergleich zu 496 Mrd. US-Dollar in 2016,
relativ zum vergangenen Jahr ist er um sechs Prozent abgesackt.

Der Bericht basiert auf der Analyse von Fusions- und Akquisitionsdaten aus dem
Jahr 2020. Interviews mit mehr als 100 Top-Führungskräften global agierender
Unternehmen aus Handel, Konsumgüterindustrie und von Private-Equity-Firmen
erlauben Einschätzungen und Prognosen für den Markt im Jahr 2021.

80 Prozent der Führungskräfte rechnen nach dem Abschwung der vergangenen Jahre
nun wieder mit einer neuen Transaktionswelle, ausgelöst auch durch einen neuen
Trend, Unternehmensanteile wieder abzustoßen. So hatte die METRO AG bereits im
vergangenen Jahr die Supermarktkette Real verkauft, um sich ganz auf den
Großhandel zu konzentrieren. Von den 20 größten Unternehmen der
Konsumgüterindustrie, so die Ergebnisse der Studie, werden voraussichtlich bis
zu drei Viertel größere Veräußerungen in ihrem Portfolio vornehmen. Darüber
hinaus werden neue Marktrealitäten, Digitalisierung und die Hinwendung zum
Direct-To-Consumer-Geschäft die Investitionstrends des kommenden Jahres
beeinflussen.

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass viele Unternehmen in der Pandemie
Geld eingenommen haben, dass sie jetzt vermehrt in Zukäufe und Beteiligungen
investieren, um noch näher an ihre Kundinnen und Kunden heranzurücken,
innovative Produkte zu entwickeln oder Konsumententrends wie Gesundheit und
Nachhaltigkeit zu bedienen. In diese Bewegung gehört auch, dass sich Unternehmen
von Beteiligungen trennen, die nicht in ihr Portfolio passen oder nicht die
richtigen Ergebnisse brachten. Als jüngstes Beispiel nennt Warschun die Katjes
Gruppe, die sich von dem Süßwarenhersteller Manner getrennt hat.

"Aus den vergangenen Krisen haben wir gelernt, dass turbulente Zeiten eine Welle
von Innovationen und radikalen Veränderungen mit sich bringen. Damit sind
Strategien, die rein auf organisches Wachstum setzen, nicht mehr zeitgemäß",
kommentiert Warschun. Man sähe jetzt schon, dass die Unternehmen mit ihrer
M&A-Politik unmittelbare und langfristige Wachstumsmöglichkeiten suchten und
dabei die Regionalität und Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle im Blick
hätten. Die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) hat entsprechend im vergangenen
Sommer den Online-Marktplatz real.de übernommen. Der Lebensmittelhändler Edeka
hat jüngst angekündigt, nach Verkauf von "Bringmeister" seine Beteiligung am
digitalen Startup Picnic auf internationaler Ebene auszubauen, um mit
online-Lieferdienten regional vor Ort zu sein. Auch die Otto-Gruppe, so Warschun
habe stärkeres Engagement im M&A-Markt angekündigt.

Warschun: "Sowohl kaufende und verkaufende Unternehmen werden die Dynamiken
dieses Jahres am M&A-Markt für Konsumgüter und Handel prägen. In diesem Jahr
kommt es darauf an, das Portfolio zu stutzen und sich zugleich neue Optionen zu
schaffen, von denen die Kunden profitieren."

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