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Forscher fordern Aufschub von Tiefseebergbau - mehr Studien nötig

25.06.2021 um 12:12 Uhr

SANTA BARBARA (dpa-AFX) - Mehr als 300 Wissenschaftler von sechs Kontinenten haben Regierungen und Länder dazu aufgerufen, Pläne für einen Bergbau in der Tiefsee aufzuschieben. Vor Beginn eines möglichen Abbaus von Rohstoffen auf dem Meeresboden müsse es mehr Studien über die Gefahren etwa für die Artenvielfalt und das Ökosystem im Ozean geben, heißt es in der Erklärung.

"Der Rohstoffabbau ist einfach ein zu riskantes Vorhaben in einem bereits stressüberladenen Ozean", erklärte Douglas McCauley, Professor für Ozeanwissenschaften an der University of California in Santa Barbara. Der Forscher verwies auf das Risiko von irreversiblen Schäden des fragilen Tiefsee-Ökosystems, einer Anreicherung von Giftstoffen in Meerestieren und Klimaschutz-Auswirkungen durch eine mögliche Störung der Kohlenstoffaufnahme des Meeres.

Zu den Unterzeichnern gehören Wissenschaftler von führenden Forschungsinstituten in aller Welt, darunter auch Sebastian Unger vom Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung in Potsdam und die deutschen Meeresbiologinnen Angelika Brandt und Corinna Breusing.

Die Erkundung der Tiefsee für einen möglichen Rohstoffabbau ist mit Gerätetests schon angelaufen. Die Internationale Meeresbodenbehörde hat für eine Million Quadratkilometer Meeresboden bereits Lizenzen erteilt. Das Areal ist reich an Manganknollen und wertvollen Rohstoffen wie Nickel, Kobalt und Kupfer./mub/DP/jha

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