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ROUNDUP: Überschwemmungen und Hagel im Südwesten

28.06.2021 um 23:55 Uhr

CALW/LUDWIGSHAFEN/STUTTGART (dpa-AFX) - Starkregen, Sturm und riesige Hagelkörner: Heftige Gewitter haben im Südwesten Deutschlands Straßen überschwemmt, Bäume umgestürzt und Keller überflutet. Besonders im Kreis Calw waren Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei am Abend schwer beschäftigt. Ein Sprecher der Polizei Pforzheim bestätigte der Deutschen Presse-Agentur überflutete Straßen, überlaufende Gullys und Erdrutsche in der Gemeinde Altensteig. Am Fluss Nagold wurde eine Mauer über einige Meter weggerissen.

Heftige Böen deckten Teile des Opernhauses in Stuttgart ab. Das teilte Intendant Viktor Schoner der dpa am Abend mit. "Ich stehe unter dem Dach und werde ganz schön nass", sagte er. Der Sturm habe Teile des Daches abgedeckt. Kupferteile seien auf den Vorplatz gestürzt. Die Seitenbühne stehe unter Wasser. Auch eine Statue sei abgestürzt. Teils regne es über Lampen ins Gebäude. 250 Gäste seien zur Zeit des Unwetters bei einem Liederabend in der Oper gewesen, niemand sei verletzt worden.

Die Deutsche Bahn meldete auf Twitter, dass ein Baum zwischen Stuttgart und Ulm auf dem Gleis liege. Fernverkehrszüge würden zurückgehalten und nach Möglichkeit umgeleitet, es komme zu Haltausfällen. Auch die Gäubahn sei vom Unwetter betroffen. Zwischen Horb und Rottweil sei die Strecke unterbrochen.

Der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Calw, Udo Zink, sprach von ziemlich heftigen Überschwemmungen. Der Süden und Osten des Kreises seien besonders betroffen. Bäume würden auf Straßen und Gleisen liegen, Keller seien vollgelaufen. Die Leitstelle sei personell verstärkt worden. Er sprach von 150 Einsätzen in zwei Stunden. Personen seien nicht zu Schaden gekommen. Wie heftig die Schäden und Ausmaße des Unwetters sind, war zunächst unklar.

Der Starkregen flutete auch die Gemeinde Bösingen im Kreis Rottweil. Aufnahmen im Netz zeigen, wie Autos in den Eis- und Wassermassen versinken. Ein Sprecher der Polizei berichtete von 40 Einsätzen allein in der Gemeinde. Die Reutlinger Feuerwehr meldete am Abend im Auftrag des baden-württembergischen Innenministeriums, dass alle Notrufleitungen im Kreis Reutlingen überlastet seien. Die Bürger sollten nicht auflegen, sondern in der Leitung bleiben. Die Notrufannahme könne bis zu fünf Minuten dauern.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Abend vor "teils extremem Unwetter" im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb und vor Hagelkörnern mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern. Von der Schweiz her ziehe ein weiterer Gewitterkomplex Richtung Bodensee und Oberschwaben - mit Großhagel und heftigem Starkregen von 30 bis 40 Litern pro Quadratmeter.

Auch über Rheinland-Pfalz und Teile Hessens zogen teils heftige Unwetter hinweg. Starkregen bereitete insbesondere den Einsatzkräften in Koblenz viel Arbeit. Hier rückten die Helfer zu mehr als 70 Einsätzen aus, wie eine Sprecherin der Feuerwehr am späten Abend berichtete. Anrufer meldeten vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen und unterspülte Gasleitungen. Auch einige Bäume seien auf Fahrbahnen gestürzt.

Auf zwei Autobahnen in Rheinland-Pfalz kam es bei heftigen Regenfällen zu Unfällen mit Verletzten. Auf der A3 und der A48 gab es am späten Nachmittag im Bereich der Autobahnpolizei Montabaur insgesamt sieben Unfälle, wie die Polizei mitteilte. Dabei wurde ein Mensch schwer verletzt, drei weitere erlitten leichte Verletzungen. Insgesamt seien zwölf Fahrzeuge in die Unfälle verwickelt gewesen.

Auch über Teile Hessens zogen am Abend Unwetter mit Blitz und Donner und viel Regen hinweg. Betroffen war zunächst insbesondere Südhessen. Bei Lützelbach im Odenwald wurde nach Angaben der Polizei wegen umgestürzter Bäume eine Landesstraße gesperrt. In Michelstadt wurde ein Gullydeckel hochgespült, auf einer Kreisstraße landete Geröll auf der Fahrbahn. In Dieburg schlug ein Blitz in ein Dach ein./poi/cam/DP/men

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