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30.07.2021 um 19:10 Uhr

APA ots news: Österreichische Banken mit solidem Ergebnis beim europäischen Stresstest

Kapitalaufbau der letzten Jahre zeigte Wirkung und erhöhte die
Krisenresistenz des Bankensektors

Wien (APA-ots) - Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und die
Europäischen Zentralbank (EZB), in Kooperation mit der
Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und der Finanzmarktaufsicht
(FMA) sowie den anderen nationalen Aufsichtsbehörden, haben 89
europäische Banken einem Stresstest unterzogen. Die heute
veröffentlichten Ergebnisse bescheinigen dem europäischen
Bankensektor eine gute Krisenresistenz. Durch Reduktion von
Problemkrediten und Kostenreduktionen konnte ein deutlich härteres
Szenario als beim Stresstest 2018 bewältigt werden.

Österreichische Banken: gestresste Kapitalquoten im europäischen
Mittelfeld

Auch die sechs österreichischen Banken, die am Stresstest
teilgenommen haben, zeigten sich widerstandsfähig, insgesamt landeten
sie im europäischen Mittelfeld. Die Performance der einzelnen Banken
ist dabei durchaus heterogen, was auch an ihren unterschiedlichen
Geschäftsmodellen liegt. Nicht zuletzt aufgrund der staatlichen
Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft sind die Aktivitäten der
Banken in einigen Ländern (u. a. auch in Österreich) weniger stark
betroffen als in anderen. Zusammen mit der Ausgangskapitalisierung,
mit der die Banken in den Stresstest starten, ist dies ein
wesentlicher Treiber der Ergebnisse. Alle österreichischen Banken
erfüllen auch nach Anwendung des harten Stress-Szenarios die
gesetzlichen Kapitalanforderungen.

"Die Pandemie hat gezeigt, dass der von der Aufsicht vorgezeichnete
Weg zur Verbesserung der Kapitalbasis der österreichischen Banken ein
richtiger war. Somit sind sie in der Lage, der Wirtschaft auch in
schwierigen Zeiten als verlässlicher Partner zur Verfügung zu stehen.
Um auch für künftige Krisen gewappnet zu sein, muss dieser Weg
fortgesetzt werden", sagte FMA-Vorstandsmitglied Helmut Ettl
anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse.

"Das Ergebnis entspricht unseren Erwartungen, es ist aber auch kein
Grund zum Feiern", ergänzte OeNB-Vize-Gouverneur Gottfried Haber.
"Die Banken müssen weiter an ihrer Kosteneffizienz arbeiten, die
Profitabilität verbessern und bei Gewinnausschüttungen Zurückhaltung
üben, um Kapital aufzubauen", so Haber weiter.

Härteres Stress-Szenario spiegelt Unsicherheit in der Pandemie wider

Der Stresstest untersuchte die Auswirkungen eines hypothetischen
dreijährigen Schocks auf die Bilanzen der Banken. Aufgrund der
Prognoseunsicherheit durch die COVID-19-Pandemie wurde ein härteres
Szenario als beim letzten europäischen Stresstest 2018 gewählt. Die
Aufsicht unterstellte für den Stresstest eine länger andauernde
Pandemie mit einem starken Wirtschaftseinbruch und höherer
Arbeitslosigkeit. Negative Wechselkursentwicklungen, sinkende
Immobilienpreise und steigende Kreditausfälle führen im Szenario zu
Verlusten, die die Kapitalquoten der Banken schmelzen lässt.

Stresstestergebnisse liefern wertvollen Input für die laufende
Aufsichtstätigkeit

Für die Bankenaufsicht liefert der Stresstest wichtige Ergebnisse. Es
gibt jedoch keine definierte Schwelle, ab der eine Bank als
"durchgefallen" gilt. Vielmehr werden aus dem gesamten Prozess
qualitative und quantitative Erkenntnisse gewonnen, die in die
Beurteilung der Banken einfließen und zur Bestimmung von
Kapitalsicherheitspuffern verwendet werden. Je nach Risikoprofil der
einzelnen Bank können diese höher oder niedriger ausfallen.

Hintergrundinformation

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) führt gemeinsam mit dem
Europäischen Rat für Systemrisiken (ESRB), der Europäischen
Zentralbank (EZB) und den nationalen Behörden alle zwei Jahre einen
EU-weiten Stresstest für größere Banken durch. Der letzte derartige
Stresstest fand 2018 statt, der ursprünglich für 2020 geplante wurde
aufgrund der Pandemiesituation auf 2021 verschoben. In den Stresstest
einbezogen waren 89 Banken aus dem Euroraum, die zusammen etwa 75 %
der Total Assets des Sektors ausmachen. Für 38 Banken (aus
Österreich: Erste Group Bank und Raiffeisen Bank International) läuft
der Stresstest unter der Führung der EBA ab. Bei den restlichen
Banken (aus Österreich: Bawag, Raiffeisenlandesbank Oberösterreich,
Volksbanken und Sberbank) ist die EZB im Lead. Die Ergebnisse aller
Banken werden veröffentlicht. Für die erste Gruppe veröffentlicht die
EZB detaillierte Ergebnisse auf ihrer Website. Für die zweite Gruppe
(mit tendenziell etwas kleineren Banken) veröffentlicht die EZB
wichtige Kennzahlen und beschränkt sich, was die Auswirkung auf die
Kapitalquote betrifft, auf Größenordnungen.

Parallel führen auch OeNB und FMA einen Stresstest für jene
österreichischen Banken durch, die nicht vom EU-weiten Stresstest
erfasst sind. Aggregierte Ergebnisse werden von der OeNB Ende
November im Financial Stability Report veröffentlicht.

Rückfragehinweis:
FMA
Klaus Grubelnik
Mediensprecher
Tel.: +43-1-24959-6007
klaus.grubelnik@fma.gv.at

Oesterreichische Nationalbank
Dr. Christian Gutlederer
Pressesprecher
(+43-1) 404 20-6900
christian.gutlederer@oenb.at
www.oenb.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom

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OTS0126 2021-07-30/19:05

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