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Kreise: Siltronic-Kauf durch Globalwafers scheitert am Widerstand Deutschlands

26.01.2022 um 16:37 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutschland will Kreisen zufolge die Übernahme des Waferherstellers Siltronic durch Globalwafers verhindern. Das Wirtschaftsministerium sei trotz Prüfung des Angebotes des taiwanischen Konzerns seit einem Jahr weiter skeptisch, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Vertreter der Unternehmen wollten sich dem Bericht zufolge nicht dazu äußern. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte der Agentur, die Gespräche liefen noch, wollte sich aber zu einem möglichen Ergebnis nicht äußern. Liegt die Zustimmung der deutschen Regierung nicht bis zum kommenden Montag (31. Januar) vor, platzt der Deal.

Vonseiten Chinas gibt es bereits grünes Licht für die Übernahme. Demnach muss Globalwafers binnen sechs Monaten sein Geschäft rund um das sogenannte Zonenziehverfahren verkaufen - eine Herstellungsvariante für Siliziumwafer. Zudem muss der Konzern weiterhin chinesische Kunden beliefern.

Zuvor hatte Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, das deutsche Unternehmen und sein Kaufinteressent aus Taiwan seien zu größeren Zugeständnissen bereit. Von einer Goldenen Aktie war die Rede - also von einer besonderen Form eines Stimmrechts, das mit Sonderrechten verbunden ist. Zudem könnte es Klauseln geben, um den Kauf rückabzuwickeln oder zentrale Teile von Siltronic nachträglich an die Bundesrepublik zu übertragen, hatte es geheißen. Siltronic hatte jedoch in Reaktion auf den Bericht mitgeteilt, keine Fortschritte in dem Prüfungsprozess zu sehen.

Die beiden Unternehmen hatten den Plan für die Übernahme Ende 2020 öffentlich gemacht. Globalwafers besserte die Offerte dann auf 145 Euro je Aktie nach. Damit würde Siltronic insgesamt mit knapp 4,4 Milliarden Euro bewertet. Nachdem Mitte Januar Zweifel am Erfolg der Übernahme aufgekommen sind, stürzte der Kurs der Siltronic-Aktien ab. Am Mittwoch ging es weiter nach unten. Zuletzt verlor der Kurs zwei Prozent auf 113,50 Euro, nachdem er zuvor mehr als fünf Prozent auf 109,55 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit November 2020 gefallen war./ngu/zb/he

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