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DGAP-News: La Française Group: Schwieriges Umfeld für risikoreiche Anlagen: hohe Inflation und straffe Geldpolitik (deutsch)

27.05.2022 um 08:31 Uhr

La Française Group: Schwieriges Umfeld für risikoreiche Anlagen: hohe Inflation und straffe Geldpolitik

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DGAP-News: La Française Group / Schlagwort(e): Marktbericht/Prognose
La Française Group: Schwieriges Umfeld für risikoreiche Anlagen: hohe
Inflation und straffe Geldpolitik

27.05.2022 / 08:31
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Schwieriges Umfeld für risikoreiche Anlagen: hohe Inflation und straffe
Geldpolitik

Von Audrey Bismuth, Global Macro Researcher, La Française AM

Mit 8,3 % im Jahresvergleich übertraf die US-Inflation im April die
Markterwartungen. Der Anstieg war auf zunehmende Lebensmittelpreise und den
Kern-VPI (Verbraucherpreisindex) zurückzuführen, wohingegen die
Energiepreise zurückgingen. Der Kern-VPI stieg im Jahresvergleich um 6,3 %.
(Quelle: Bloomberg). Ausschlaggebend dafür waren ein sprunghafter Anstieg
der Flugpreise, einer volatilen Kategorie, hohe Ausgaben für "wohnen", der
wichtigsten der acht Komponenten des Index, und die Inflation bei Neuwagen;
die Deflation bei Gebrauchtwagen verlangsamte sich.

Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung der VPI-Daten für April sagte der
Fed-Vorsitzende Powell: "Die Inflation ist viel zu hoch. Wir handeln rasch,
um sie wieder zu senken."

Seit März hat die Fed die Zinssätze bereits um 75 Basispunkte (bps) auf 0,75
% - 1 % erhöht (Quelle: Bloomberg). Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank
(Federal Open Market Committee - FOMC) hat für seine nächsten Sitzungen im
Juni und Juli mindestens zwei Zinserhöhungen um jeweils einen halben
Prozentpunkt angekündigt. Fed-Vertreter haben angedeutet, dass weitere
Zinserhöhungen über den langfristigen neutralen Nominalsatz (2,40 %) hinaus
ohne Pause wahrscheinlich sind. Während der FOMC-Pressekonferenz am 4. Mai
spielte der Vorsitzende Powell die Bedeutung des neutralen Zinssatzes
herunter und bemerkte: "Es ist im Grunde ein Konzept. Es ist nichts, was wir
mit Genauigkeit bestimmen können. Wir können ihn nur innerhalb eines breiten
Spektrums von Unsicherheiten bestimmen."

Der geldpolitische Kurs der Fed wird davon abhängen, inwieweit die
US-Wirtschaft der Verschärfung der finanziellen Bedingungen standhalten
kann. Kurzfristig erwarten wir, dass die Haltung der Fed sehr hawkish
bleiben wird. Der Chef der Zentralbank sagte kürzlich dem Wall Street
Journal: "Die Inflation muss auf glaubhafte Art und Weise zurückgehen.
Solange das nicht der Fall ist, werden wir weitermachen. Sollte das
bedeuten, dass wir uns über das allgemein akzeptierte neutrale Niveau hinaus
bewegen, werden wir nicht zögern, das zu tun."

Die Inflation könnte nun ihren Höchststand überschritten haben. Die
Aprilzahlen fielen unter den Höchstwert vom März (8,5 % gegenüber dem
Vorjahr), und der schwächer als erwartet ausgefallene Erzeugerpreisindex
(PPI) untermauert diese Einschätzung. Die Inflationsrate des Dallas Trimmed
Mean PCE (Personal Consumption Expenditures = Persönliche Konsumausgaben),
bei der die stärksten monatlichen Preisschwankungen herausgerechnet und die
durchschnittlichen verbleibenden Preisänderungen ermittelt werden, ist
ermutigend. Die Trimmed Mean PCE Inflationsrate für einen Monat verlangsamte
sich im Jahresdurchschnitt auf 3,1 %, nachdem er im Februar noch 4,0 %
betragen hatte. Die Kennzahl deutet darauf hin, dass die Inflation im Januar
ihren Höhepunkt erreichte, als die Trimmed Mean PCE Inflationsrate eine
einmonatige Jahresrate von 6,3 % erreichte. (Quelle: Bloomberg)

Die Botschaft der Fed an die Finanzmärkte ist jedoch vorerst eindeutig. Die
Zentralbank wird dem Kampf gegen die hohe Inflation weiterhin Vorrang vor
künftigen Wachstumssorgen einräumen.

Zu Beginn des zweiten Quartals zeichnen die harten Wirtschaftsdaten ein
optimistischeres Bild als die weichen Wirtschaftsindikatoren. Im April
verzeichnete die Produktion im verarbeitenden Gewerbe drei Monate in Folge
solide Zuwächse. Außerdem könnte die steigende Kapazitätsauslastung darauf
hindeuten, dass die Beeinträchtigungen der Lieferketten abnehmen. Trotz der
Kaufkrafterosion aufgrund der höheren Inflation und der jüngsten Eintrübung
der Verbraucherstimmung stiegen die Einzelhandelsumsätze im April kräftig an
und nahmen den vierten Monat in Folge zu.

Was sind die Folgen für die Finanzmärkte?

Insgesamt sind die Märkte noch dabei, die Verschärfung der Finanzbedingungen
zu verdauen. Die erwartete reale Inflationsrate in den USA über einen
Zeitraum von fünf Jahren, der in fünf Jahren beginnt, ist seit Januar 2022
erheblich gestiegen, und zwar um fast 100 Basispunkte von etwa -0,40 % auf
0,37 %. Die fünfjährige Termin-Inflationserwartung liegt jedoch immer noch
70 Basispunkte unter ihrem Höchststand von 2018. (Quelle: Bloomberg)

Die Befürchtung einer hawkishen Haltung der Zentralbanken in den
Industrieländern (d.h. Zinserhöhungen bis in den restriktiven Bereich) und
ein erhöhtes Rezessionsrisiko in den Jahren 2023-2024 deuten auf ein sehr
negatives Umfeld für riskante Anlagen hin.

Wie bewerten die Märkte das Rezessionsrisiko? Laut J.P. Morgan Research
preisen die Aktienmärkte in den USA und im Euroraum eine 70 %ige
Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Rezession ein, verglichen mit einer
50 %igen Wahrscheinlichkeit bei Investment-Grade-Krediten, einer 30 %igen
Wahrscheinlichkeit bei Hochzinsanleihen und einer 10-20 %igen
Wahrscheinlichkeit an den Geldmärkten. Wir wären da vorsichtiger als J.P.
Morgan. Die Inflation wird sich stark auf die Verbrauchernachfrage
auswirken, insbesondere in Europa, und die Zentralbanken werden ihre
Geldpolitik weiter straffen, solange es keine Anzeichen für eine
Abschwächung der Inflation gibt. Dies ist mittelfristig nicht das beste
Umfeld für risikoreiche Anlagen selbst wenn es zu einer kurzfristigen
Entspannung kommen sollte.

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