Reuters

Yahoo-Reste heißen künftig Altaba - Chefin zieht sich zurück

10.01.2017 um 12:21 Uhr

Bangalore (Reuters) - Nach der gescheiterten Sanierung wird die in die Kritik geratene Firmenchefin Marissa Mayer die Reste des Yahoo-Konzerns verlassen.

Die in der Eigenständigkeit verbleibenden Teile des Internet-Pioniers sollen zudem künftig Altaba heißen. Unter einer Investmentholding mit diesem Namen will das Unternehmen nach dem geplanten Verkauf seines traditionellen Webgeschäfts an den US-Telekomkonzern Verizon seine Beteiligungen bündeln, vor allem an dem chinesischen Online-Händler Alibaba und an Yahoo Japan. Die einst vom Rivalen Google als Hoffnungsträgerin gekommene Mayer kündigte an, danach das oberste Führungsgremium zu verlassen. Zu ihrer weiteren Zukunft innerhalb der Firmengruppe wurden keine genaueren Angaben gemacht. Mayer war es nicht gelungen, das von Google und Facebook abgehängte Unternehmen wieder in die Erfolgsspur zu führen.

Der Verizon-Deal hängt allerdings in der Schwebe. Der Mobilfunk-Riese hatte im Juli vereinbart, das Yahoo-Kerngeschäft mit Online-Werbung, der Suchmaschine sowie Mail- und Messenger-Diensten für 4,8 Milliarden Dollar zu kaufen. Die Übernahme soll eigentlich Anfang dieses Jahres abgeschlossen werden. Doch nach Bekanntwerden zweier beispielloser Hackerangriffe, bei denen 2013 und 2014 Daten von mehr als einer Milliarde Yahoo-Nutzern gestohlen wurden, geriet der Deal ins Stocken. Experten gehen zwar nicht davon aus, dass Verizon die Transaktion abbläst. Es wird allerdings erwartet, dass der Konzern nun einen spürbaren Preisnachlass durchsetzen will.

Verizon hatte erst 2015 den ebenfalls tief gefallenen Internet-Pionier AOL für 4,4 Milliarden Dollar geschluckt. Nun will der Konzern die Yahoo-Dienste mit AOL fusionieren, weil das Internetgeschäft immer wichtiger wird und zunehmend mit den ursprünglichen Telekom-Dienstleistungen verschwimmt. Die Marke Yahoo soll auch rund 22 Jahre nach Firmengründung erhalten bleiben.

Yahoo geriet zuletzt immer tiefer in die Krise und konnte mit den schnell wachsenden Online-Giganten Google und Facebook nicht mehr mithalten. Der eigentliche Gewinnbringer war meist die nun noch 15 Prozent schwere Beteiligung an Alibaba. Neben Mayer werden noch fünf weitere Mitglieder des Verwaltungsrats zurücktreten, kündigte Yahoo an. Dieser Schritt trage lediglich der Verkleinerung des Unternehmens in die Form einer Holding Rechnung.

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