Reuters

Potash gibt im K+S-Übernahmepoker nicht auf

07.08.2015
um 17:46 Uhr
Frankfurt (Reuters) - Der kanadische Düngemittelriese Potash lässt sich im Übernahmepoker um K+S nicht vom Widerstand des deutschen Rivalen beirren. Die Nordamerikaner fühlten erneut in Kassel vor und warben mit weiteren Zusagen um den deutschen Salz- und Düngemittelhersteller. K+S habe von Potash einen Vorschlag für eine Kooperationsvereinbarung erhalten, ein sogenanntes Business Combination Agreement, teilte das hessische Unternehmen am Freitag mit. In der Zusammenschlussvereinbarung schlage Potash unverändert einen Übernahmepreis von 41 Euro je Aktie vor - zu wenig, wie K+S findet. Die Kanadier gingen zwar auf die Interessen von Arbeitnehmern und Standorten ein, die Zusagen enthielten aber weitreichende Einschränkungen und ihre Durchsetzbarkeit sei nicht gewährleistet."Aus Sicht des K+S-Vorstands besteht demnach unverändert die Sorge, dass die von PotashCorp vorgeschlagene Transaktion Arbeitsplätze und Standorte gefährdet", erklärte das Unternehmen. Potash wollte keine Details seines neuen Vorstoßes nennen und bestätigte lediglich, einen Brief an K+S geschickt zu haben. Wie Reuters von mit der Sache vertrauten Personen erfuhr, hat Potash K+S unter anderem Standortgarantien über fünf Jahre in Aussicht gestellt. In der Vergangenheit hatte der Rivale erklärt, sein Übernahmevorschlag basiere nicht darauf, Minen zu schließen, die Produktion zu drosseln, das Salzgeschäft zu verkaufen oder Personal abzubauen. Auch den Übernahmepreis halten die Kasseler für zu niedrig. "Wir sind gemeinsam mit dem Aufsichtsrat nach wie vor davon überzeugt, dass der vorgeschlagene Preis von 41 Euro je Aktie dem fundamentalen Wert von K+S nicht annähernd entspricht", sagte Vorstandschef Norbert Steiner. Die aktuelle Offerte, die K+S mit knapp acht Milliarden Euro bewertet, wollte Potash bislang nicht aufstocken. Die Aktien von K+S übernahmen mit einem Kursplus von mehr als zwei Prozent auf 37,59 Euro zeitweilig die Führung im Dax. Eigentlich sei der Sachstand der alte, zumal auch die Offerte weiterhin bei 41 Euro liege, sagt ein Händler. "Aber man redet wieder über die mögliche Übernahme, das treibt die Aktie nach oben." Im Verlauf bröckelte der Kurs wieder ab, die Aktie beendete den Xetra-Handel 1,1 Prozent höher bei 37,11 Euro.

K+S Aktiengesellschaft

WKN KSAG88 ISIN DE000KSAG888