Reuters

Vicenza hofft auf zügige Entscheidung zur Zukunft der Krisenbank

22.06.2017 um 15:31 Uhr

Mailand (Reuters) - Nach monatelangen Verhandlungen hofft die italienische Krisenbank Popolare di Vicenza auf eine baldige Entscheidung zur Zukunft des Instituts.

"Wir hoffen, dass alles am Wochenende geregelt wird", sagte Vicenza-Verwaltungsratschef Gianni Mion der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag am Rande einer Veranstaltung. Die Übernahmeofferte der Großbank Intesa Sanpaolo für gesunde Teile des angeschlagenen Geldhauses und des Konkurrenten Veneto Banca sei als das bestmögliche bewertet worden. "Wir müssen nun auf die Antwort der Regierung warten."

Insidern zufolge steuert Italien auf eine Zerschlagung der beiden Institute zu: Demnach sollen faule Kredite in eine "Bad Bank" eingebracht werden, die teilweise mit Steuergeldern finanziert würde. Intesa Sanpaolo ist zu einer Übernahme der gesunden Teile der beiden Kriseninstitute bereit, stellt dafür aber zahlreiche Bedingungen. So müsse sichergestellt sein, dass das Geldhaus weder für Forderungen vor der Übernahme noch für Sanierungskosten geradestehen muss. Faule Kredite, nachrangige Anleihen und Hochrisikokredite sollen nicht bei Intesa landen.[nL8N1JI4GP] Populare di Vicenza und Veneto Banca ächzen unter einem Berg fauler Kredite und benötigen mehr als sechs Milliarden Euro frisches Kapital.

Beobachter sind skeptisch. "Intesa will, dass der Staat sich um alle Probleme kümmert", sagte Vincenzo Longo, Analyst bei IG Markets. "Ich glaube nicht, dass ein Deal unter diesen Bedingungen gelingt." Zudem bezweifeln Analysten, dass die EU-Kommission grünes Licht geben würde.

Der Druck auf die Regierung in Rom, eine Lösung für die beiden Banken aus dem norditalienischen Venetien zu finden, ist in den vergangenen Wochen gestiegen. Die Rettung der spanischen Banco Popular durch die Großbank Santander, bei der kein Steuergeld floss, liefere Argumente, um nun auch in Italien einzugreifen, hatte ein EU-Vertreter nach der Rettungsaktion für die spanische Bank gesagt. Italien will mit aller Macht verhindern, dass die neuen europäischen Regeln zur Bankenabwicklung greifen, da dann auch auf Inhaber großer Sparguthaben und vorrangiger Anleihen Verluste zukommen würden.

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