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IG Metall läutet ganztägige Warnstreiks ein

31.01.2018 um 12:01 Uhr

Düsseldorf (Reuters) - Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie erhöht die IG Metall mit ganztägigen Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber.

Bereits am späten Dienstagabend sollen nach Angaben der Gewerkschaft Beschäftigte von Firmen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bremen die Arbeit für 24 Stunden niederlegen. Dazu gehörten etwa in Baden-Württemberg Heidelberg Manufacturing und Huber Packaging. In Bayern soll am Mittwoch unter anderem beim Lkw-Bauer MAN und bei einer Kion-Tochter gestreikt werden. Im Pilotbezirk Baden-Württemberg sollen dann die Autozulieferer ZF Friedrichshafen und Bosch sowie der Maschinenbauer Heidelberger Druck bestreikt werden. Am Freitag will die IG Metall die großen Mercedes-Werke Sindelfingen und Untertürkheim lahmlegen, in Zuffenhausen soll kein Porsche vom Band rollen.

"Die Arbeitgeber haben am Verhandlungstisch keine ausreichende Bewegung gezeigt, jetzt bewegen wir sie mit ganztägigen Warnstreiks", erklärte der baden-württembergische Bezirksleiter der IG Metall, Roman Zitzelsberger. Allein im Südwesten und Nordrhein-Westfalen soll bis Freitag in jeweils 70 Betrieben die Arbeit niedergelegt werden, darunter auch die Ford-Werke in Köln. In Bayern sind rund 40 Standorte betroffen. Bundesweit hat die Gewerkschaft in rund 250 Betrieben die 24-Stunden-Streiks angekündigt - eine verschärfte Form des Warnstreiks, die die Unternehmen so zum ersten Mal zu spüren bekommen. "Diese ganztägigen Warnstreiks sind die Antwort auf das völlig unzureichende Angebot der Arbeitgeber", sagte der nordrhein-westfälische IG- Metall-Chef Knut Giesler. In den parallel laufenden Verhandlungen zum Haustarif bei Volkswagen laufen am Donnerstag nach Ende der Friedenspflicht die ersten stundenweisen Warnstreiks[L8N1PP4UQ].

Am Samstag waren die Verhandlungen im Pilotbezirk Baden-Württemberg abgebrochen worden. Der größte Streitpunkt waren Zusatzleistungen für Beschäftigte, die wegen familiärer Verpflichtungen weniger als 35 Wochenstunden arbeiten wollen. Die IG Metall fordert für die knapp 3,9 Millionen Beschäftigten der Branche sechs Prozent mehr Lohn bei zwölf Monaten Laufzeit und ein individuelles Recht auf eine 28-Stunden-Woche. Die Arbeitgeber boten zuletzt bei 27 Monaten Laufzeit 6,8 Prozent mehr Lohn und kritisierten die Forderungen der Gewerkschaft als maßlos. Das Forderungspaket belief sich den Arbeitgebern zufolge auf rund acht Prozent.

Beide Seiten hatten jedoch signalisiert, nach dieser Warnstreikwoche wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren zu wollen.

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