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E.ON will die RWE-Ökostromtochter Innogy übernehmen

11.03.2018 um 10:56 Uhr

Berlin (Reuters) - In der deutschen Energiewirtschaft bahnt sich eine spektakuläre Milliardenübernahme an: E.ON will die RWE-Ökostromtochter Innogy kaufen, wie die beiden Branchenriesen am Sonntag mitteilten.

Dazu hätten sie eine Grundsatzeinigung erzielt, die einen weitreichenden Tausch von Geschäftsaktivitäten und Beteiligungen sowie eine Barzahlung von RWE an E.ON in Höhe von 1,5 Milliarden Euro vorsieht. Die Geschäftsmodelle von E.ON und Innogy gleichen sich. Beide betreiben Strom- und Gasnetze, Ökostrom sowie das Vertriebsgeschäft von Strom und Gas. Die Geschäfte sollen jetzt aber unter E.ON und RWE aufgeteilt werden. E.ON konzentriert sich auf Strom- und Gasnetz und den Vertrieb, der Ökostrom wird bei RWE gebündelt.

Der Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung benötige noch die Zustimmung der Gremien beider Konzerne, hieß es weiter. Der Deal dürfte zudem vor erheblichen Hürden bei den Regulierungsbehörden stehen, da sich die Geschäfte zum Teil überschneiden. Aufseiten der Arbeitnehmer dürften Fragen nach der Beschäftigungssicherung im Mittelpunkt stehen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zudem aus Kreisen der kommunalen RWE-Aktionäre, zu denen Städte wie Essen und Dortmund gehören, erfahren, dass diese einem solchen Deal mit E.ON sehr skeptisch gegenüber stehen und die Merheit an Innogy behalten wollen.

Innogy hat derzeit einen Marktwert von rund 19 Milliarden Euro. Nach der Grundsatzeinigung soll RWE zunächst eine Beteiligung an E.ON von 16,67 Prozent erhalten. Die Aktien würden von E.ON im Rahmen einer 20-prozentigen Sachkapitalerhöhung ausgegeben. Zudem solle RWE den weitgehenden Teil von E.ONs Erneuerbare-Energien-Geschäfts erhalten sowie das gesamte Erneuerbare-Energien-Geschäft von Innogy und das Innogy-Gasspeichergeschäft und den Anteil am österreichischen Versorger Kelag. Auch solle RWE die von der E.ON-Tochter PreussenElektra gehaltenen Minderheitsbeteiligungen an den von RWE betriebenen Kernkraftwerken Emsland und Gundremmingen erhalten. E.ON wolle den Innogy-Minderheitsaktionären ein freiwilliges Übernahmeangebot in bar von 40 Euro je Aktie vorlegen. Ziel sei eine volle Integration von Innogy in den E.ON-Konzern.

E.ON und RWE legen in der kommenden Woche ihre Bilanzen vor. Beide Konzerne haben durch die Rückzahlung der zu Unrecht erhobenen Brennelementesteuer Milliarden in der Kasse. Während E.ON nach neuen Anlagemöglichkeiten sucht, hat RWE-Chef Rolf Martin Schmitz angekündigt, das als Finanzbeteiligung betrachtete Innogy-Paket reduzieren zu wollen. In den vergangenen Monaten waren auch immer wieder ausländische Energiekonzerne wie der französischen Versorger Engie, der italienische Konkurrent Enel oder Iberdrola aus Spanien als Interessenten für Innogy gehandelt worden.

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