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NRW und IG Metall setzen auch nach Hiesinger-Aus auf Thyssen/Tata

09.07.2018 um 15:31 Uhr

Düsseldorf (Reuters) - Die nordrhein-westfälische Landesregierung und die IG Metall rechnen nach dem Rücktritt von Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger nicht mit einer Abkehr von dem geplanten Stahl-Joint-Venture mit Tata Steel.

"Ich erwarte, dass es bei der Vereinbarung bleibt", sagte Landeswirtschaftsminister Andreas Pinkwart am Montag vor Journalisten in Düsseldorf. Es müsse bei Thyssenkrupp sowohl für den Stahlbereich als auch für die verbliebenen Geschäfte eine stabile Entwicklung geben. "Die Verträge sind gemacht", betonte auch der Bezirksleiter der IG Metall NRW, Knut Giesler.

Hiesinger war nur wenige Tage nach dem Signing mit Tata Ende vergangener Woche zurückgetreten. Er sehe nicht die Gefahr, dass von dem Stahlbündnis nun wieder abgerückt werde, sagte Giesler. Mit Blick auf Investoren wie Großaktionär Cevian und den US-Hedgefonds Elliott fügte der Gewerkschafter hinzu: "Alle anderen, die im Hintergrund rumschwirrren, müssen wissen, wenn sie etwas gegen die Arbeitnehmerschaft bei Thyssenkrupp machen wollen, dann können die mit Ärger rechnen."

Giesler forderte die Krupp-Stiftung dazu auf, Farbe zu bekennen. Die Stiftung mit ihrer Chefin Ursula Gather steht in der Kritik, sich in der Diskussion um die Zukunft des Konzerns nicht ausreichend positioniert und Hiesinger zu wenig unterstützt zu haben. Gather hat dies zurückgewiesen. Sie hat sich aber in den vergangenen Jahren öffentlich kaum zu dem Thema geäußert.

"Ich fordere keinen Rücktritt", betonte Giesler. "Ich fordere einen Dialog der Stiftung mit der Arbeitnehmerseite zur Stabilität des Unternehmens." Dazu müsse sich die Stiftung äußern und Klarheit schaffen. "Das ist unsere Forderung. Das kann mit Frau Gather gehen, da haben wir überhaupt keine Probleme. Aber es muss Klarheit herrschen, was die Anteilseigner wollen. Die Stiftung hat einen Auftrag und diesen Auftrag muss sie jetzt erfüllen.

Giesler und Pinkwart hatten zuvor wie auch Stahlverbands-Präsident Hans Jürgen Kerkhoff an einem Treffen der Branche teilgenommen. Auf dem so genannten Stahl-Gipfel der Landesregierung sprachen sich die rund 30 Teilnehmer unter anderem für Schutzmaßnahmen der EU aus, die der Schwerindustrie durch die von US-Präsident Donald Trump entstandenen Strafzölle entstanden seien. Zudem müsse die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission, die einen Zeitplan für das Ende der Kohleverstromung festlegen soll, die Lage der energieintensiven im internatonalen Wettbewerb berücksichtigen. Im Herbst soll es auf nationaler Ebene einen Stahlgipfel geben.

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