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China verdirbt Autobauern die Stimmung

15.09.2015 um 15:37 Uhr

Frankfurt (Reuters) - Auf Hochglanz polierte Luxuskarossen, futuristische Prototypen und neue technologische Finessen sind der Blickfang auf der IAA in Frankfurt - doch die Autohersteller schauen sorgenvoll nach China.

Der größte Automarkt der Welt schwächelt und ein Ende der Nachfrageflaute ist nicht in Sicht. Derzeit sei keine Stabilisierung und kein Aufwärtstrend zu erkennen, machte BMW-Finanzchef Friedrich Eichiner am Dienstag auf der weltweit größten Autoshow deutlich. "Die Zeiten, in denen der Markt so stürmisch wächst, könnten unter Umständen für immer vorbei sein." Die Konzerne reagieren: Nach BMW schraubt nun auch Audi die Produktion in China zurück.

Dennoch ist der Glaube an die Wachstumschancen im mit knapp 1,4 Milliarden Menschen bevölkerungsreichsten Schwellenland ungebrochen: "Ich könnte mir gut vorstellen, dass nächstes Jahr, spätestens übernächstes Jahr der Gesamtmarkt wieder wachsen wird", sagte Audi-Chef Rupert Stadler. Auf der 66.Internationalen Automobil Ausstellung (IAA), auf der rund 1100 Hersteller und Zulieferer aus 39 Ländern ihre Neuheiten präsentieren, gab er sich zuversichtlich: "?Wir sollten uns nicht irgendeine Krise einreden in China." Mittel- und langfristig gebe es enorme Wachstumsperspektiven - die Mittelschicht wachse und Branchen wie Dienstleistung oder IT legten zu.

Der Automarkt in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft boomte viele Jahre lang und bescherte den Konzernen zweistellige Wachstumsraten bei den Verkaufszahlen - doch nun kühlt die Wirtschaft der Volksrepublik merklich ab. Audi produziert in seinen chinesischen Werken deshalb künftig nur an fünf statt an sieben Tagen, wie Produktionschef Hubert Waltl sagte. Auch das chinesische Gemeinschaftsunternehmen von VW und FAW fährt Insidern zufolge weniger Schichten in seinem Werk in Changchung und streicht Mitarbeiterboni. BMW hatte schon Anfang August den Fuß vom Gas genommen und die lokale Produktion des 3er und des 5er zurückgefahren. "Wir haben relativ schnell reagiert", sagte Eichiner, der BMW-Chef Harald Krüger vertrat. Krüger war auf der Pressekonferenz wegen eines Schwächeanfalls zusammengebrochen und sagte daraufhin alle Termine auf der Messe ab.

BRANCHENVERBAND VDA SENKT ABSATZPROGNOSE FÜR CHINA

Für die Top-Manager der Autobranche stellt sich nun die Frage, wie lange die Schwächephase anhält. "Die Zeiten von zweistelligen Wachstumsraten sind vorbei", sagte der Chef von Jaguar Land Rover, Ralf Speth. "Wir werden künftig normalisierte Zuwächse von etwa vier bis sieben Prozent sehen."

Der Automobilverband VDA senkte seine Absatzprognose für China deutlich und erwartet für 2015 nur noch ein Wachstum von gut drei Prozent. Damit ist der Verband immer noch deutlich optimistischer als die Branchenverbände in China, die sogar von einem Rückgang der Verkaufszahlen ausgehen. In der EU laufen die Geschäfte dagegen rund: Ein Absatzplus von 8,6 Prozent in den ersten acht Monaten half den Autobauern über die Schwäche in China hinweg.

Ganz anders sieht es dagegen bei Daimler in China aus: "Wir hatten auch im September wieder sehr signifikante Wachstumszahlen, wir sind auch optimistisch für das nächste Jahr", sagte Konzernchef Dieter Zetsche. Daimler hatte im August rund 33.000 Fahrzeuge an Kunden im Reich der Mitte ausgeliefert - so viele wie noch nie zuvor. Besonders gut liefen die Mercedes C-Klasse und der kleine Geländewagen GLA. Zudem zahlt sich für die Stuttgarter aus, dass inzwischen mehr Modelle direkt in China produziert werden.

GOOGLE LEHRT TRADITIONELLEN AUTOBAUERN DAS FÜRCHTEN

Doch nicht alles dreht sich um China auf der IAA, die Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag eröffnen wird. Wichtigstes Thema ist dieses Jahr der Trend zur Vernetzung von Autos und zum automatisierten Fahren. Erstmals ist der Internetgigant Google mit von der Partie, um seine Vision von der Mobilität der Zukunft zu präsentieren. Fachleute rechnen damit, dass der Konzern in absehbarer Zeit von seinem selbstfahrenden Auto, das derzeit auf amerikanischen Straßen getestet wird, größere Stückzahlen unters Volk bringen wird. Auch Apple soll an einem Elektroauto tüfteln.

Die heimischen Autobauer sehen sich für die neue Konkurrenz gut gewappnet. "Wir nehmen diese Player sehr ernst", sagte der neue VW-Markenchef Herbert Diess. Der Wettbewerb werde die Entwicklung der Automobilindustrie beschleunigen.

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