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RWE macht sich für Ex-SAP-Vorstand als AR-Chef stark

18.09.2015 um 16:36 Uhr

- von Tom Käckenhoff und Ilona Wissenbach

Düsseldorf/Frankfurt (Reuters) - Im Machtkampf um den Chefposten des Aufsichtsrats beim kriselnden Energiekonzern RWE sind die Chancen des früheren SAP-Managers Werner Brandt gestiegen.

Der Aufsichtsrat bezeichnete den 61-Jährigen am Freitag als geeigneten Kandidaten für die Nachfolge von Manfred Schneider. Zugleich missbilligte das Gremium einstimmig Medienberichte, in denen über Aufsichtsrat- und Vorstandsposten spekuliert worden sei. Neben Brandt wird auch der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller als Chefkontrolleur von RWE gehandelt. Der Konzern steckt in einer der größten Krisen seiner 117-jährigen Unternehmensgeschichte. Dadurch steht auch Vorstandschef Peter Terium gehörig unter Druck.

Brandt stehe für Kontinuität und sei ein sehr geeigneter Kandidat, hieß es in der Mitteilung von RWE. Der in Herne geborene Manager war von 2001 bis 2014 Finanzvorstand von SAP und ist heute Unternehmensberater. Brandt sei ein typischer Finanzexperte, sagen Weggefährten. Er befasse sich sehr detailliert mit der Geschäftsentwicklung und durchleuchte Informationen genau. Zugleich habe er sich bei der SAP stets diskret im Hintergrund der Vorstandschefs gehalten. "Er ist nicht der Mensch für Visionen und große Strategien", sagte ein Insider. Mit ihm als Finanzchef hat SAP mehrere Milliardenübernahmen gestemmt, ohne dass die Finanzlage des Konzerns ins Wanken geriet. Er habe sich aber nie auf Seilschaften eingelassen. "Brandt lässt sich nicht instrumentalisieren", sagte der Insider weiter.

MÜLLER WÜRDE NUN WOHL KAMPFKANDIDATUR DROHEN

Ex-Bundeswirtschaftsminister Müller könnte immer noch ins Rennen einsteigen, müsste sich nun aber womöglich einer Kampfkandidatur stellen. Der Nominierungsausschuss könnte ihn im Dezember für die Wahl durch die Hauptversammlung benennen. Für den Chef der RAG-Stiftung machen sich Insidern zufolge Vertreter von Kommunen und Gewerkschaften stark. Sie hätten zusammen eine Mehrheit in dem Rat. Sie träfen aber auf Widerstand bei dem jetzigen Aufsichtratschef Schneider, hatten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtagentur Reuters gesagt. Müller ist in der Politik gut verdrahtet. Die Politik hat unter anderem wegen des Atomausstiegs großen Einfluss auf RWE.

Mehrere Aufsichtsratsposten werden demnächst frei. Neben dem 76-jährigen Schneider scheiden Daimler-Chef Dieter Zetsche und der frühere ThyssenKrupp-Boss Ekkehard Schulz aus.

Brandt gehört dem Kontrollgremium bereits seit 2013 an.

Der jetzige Aufsichtratschef Schneider tritt im Frühjahr ab. Sein Nachfolger wählt der Aufsichtsrat aus den eigenen Reihen im Anschluss an die Hauptversammlung 2016.

Insidern zufolge hat sich Aufsichtsratschef Schneider für Brandt stark gemacht. Schneider hatte auch im Frühjahr eine vorzeitige Vertragsverlängerung von RWE-Chef Terium bis 2021 in die Wege geleitet. Der Niederländer führt den Konzern seit Mitte 2012.

Der Versorger kämpft mit einem Gewinnschwund und einem drastischen Verfall des Aktienkurses. Dieser ist seit Anfang des Jahres um rund 60 Prozent geschrumpft. Wegen der wegbrechenden Gewinne rechnen Experten auch mit einer weiteren Kürzung der Dividende.

RWE AG ST O.N. Chart
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