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Börse weitet Partnerprogramm für Banken im Derivateclearing aus

25.10.2018 um 11:36 Uhr

Frankfurt (Reuters) - Die zur Deutschen Börse gehörende Terminbörse Eurex weitet ihr Partnerschaftsprogramm mit Banken auf die Abwicklung von Währungsderivaten und Repo-Papieren aus.

Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, können Institute ab dem ersten Quartal kommenden Jahres an dem Programm teilnehmen, bei dem sich die Eurex den Gewinn mit den aktivsten Geldhäusern teilt. Die größte europäische Derivatebörse hat beim milliardenschweren Clearing von Zinsderivaten bereits seit Anfang des Jahres ein ähnliches Programm laufen. Inzwischen konnte sie ihren Marktanteil in diesem Bereich auf zehn Prozent steigern. Ende 2019 sollen es 25 Prozent sein.

Die Eurex versucht mit den Initiativen der bisher das Clearing von Euro-Derivaten dominierenden LCH Clearnet, einer Tochtergesellschaft der Londoner Börse LSE, das Wasser abzugraben. Bislang hätten die Deutsche Bank, die Commerzbank sowie die US-Großbanken JP Morgan und Morgan Stanley Interesse signalisiert, auch an den beiden neuen Programmen der Eurex teilzunehmen. Vor allem das Clearing bei Währungsderivaten wie zum Beispiel Euro-Dollar-Swaps läuft bislang außerbörslich. Die Eurex betrete hier komplettes Neuland, sagte eine Sprecherin.

Unter Clearing versteht man die Abrechnung und Abwicklung von Wertpapiergeschäften. Es steht damit zwischen dem Handel und der sogenannten Verwahrung (Custody). Clearinghäuser treten dabei zwischen Käufer und Verkäufer und sind damit einem hohen Risiko ausgesetzt, falls eine Partei ausfällt. Sie gelten deshalb als riskant für das Finanzsystem und werden seit der Finanzkrise genau überwacht. Im schlimmsten Fall müssten sie nämlich durch Steuergeld gestützt werden.

Die Frage des Clearings von auf Euro lautenden Derivaten - Futures, Optionen oder Swaps - ist daher keineswegs nur von wirtschaftlichem Interesse für die Eurex, sondern hat wegen des geplanten Ausstiegs der Briten aus der Europäischen Union Ende März 2019 auch politische Bedeutung. Bislang wird nämlich ein Großteil der milliardenschweren Euro-Derivate-Geschäfte in London abgewickelt. Würde nach dem Brexit etwas schief gehen, wären die Behörden in der EU dann möglicherweise außen vor.

Ein großer Erfolg für die Deutsche Börse und den Finanzplatz Frankfurt war im Sommer die Entscheidung der Deutschen Bank, künftig einen bedeutenden Teil ihres Neugeschäft im Clearing am Main und nicht mehr in London abzuwickeln.[L5N1UQ3QB] Die Londoner Börse LSE hatte vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass sie ihren Anteil an LCH Clearnet auf rund 80 Prozent erhöht hat. LCH war 2013 von der LSE mehrheitlich übernommen worden und hat sich seitdem zu einem der wichtigsten Gewinnbringer des Börsenkonzerns entwickelt.[L8N1WZ1CW]

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