Reuters

China macht Autozulieferern Sorgen - Kuka streicht Stellen

11.01.2019 um 13:56 Uhr

München/Düsseldorf (Reuters) - Der schwächelnde Automobilmarkt in China bereitet Zulieferern und Maschinenbauern Kopfzerbrechen.

Davon betroffen ist auch der Augsburger Roboterbauer Kuka, der seit zwei Jahren in chinesischer Hand ist. Bei dem Aushängeschild der deutschen Roboterbranche sind Umsatz und operativer Gewinn im vergangenen Jahr eingebrochen, die Ziele für das kommende Jahr seien "nicht mehr realistisch", sagte Interims-Chef Peter Mohnen am Freitag. Mit einem Sparprogramm will Kuka bis 2021 mehr als 300 Millionen Euro herausholen, unter anderem durch den Abbau von Arbeitsplätzen. Der westfälische Scheinwerferhersteller Hella geht davon aus, dass Umsatz und Gewinn im laufenden Geschäftsjahr 2018/19 am unteren Ende der Erwartungen liegen werden. "Ganz besonders trifft uns auch der Rückgang des Marktes in China", sagte Hella-Chef Rolf Breidenbach am Freitag in Lippstadt.

Der ebenfalls stark von der Automobilbranche abhängige Lichttechnik-Konzern Osram hatte vor einem schwachen Start ins Geschäftsjahr 2018/19 gewarnt. In China, dem größten Automobilmarkt der Welt, sei der Absatz in den vergangenen drei Monaten um 16 Prozent eingebrochen. Osram spüre den Handelskonflikt zwischen China und den USA, sagte Vorstandschef Olaf Berlien. Die Regierung in Peking will sich nach Reuters-Informationen wegen des Streits mit den USA für 2019 ein weniger ehrgeiziges Wachstumsziel setzen. Hella-Chef Breidenbach sagte, der Umsatz werde 2018/19 (per Ende November) um fünf statt um bis zu zehn Prozent wachsen, der bereinigte operative Gewinn um maximal 7,5 Prozent. Das Marktumfeld werde sich in den nächsten Monaten weiter abschwächen.

Ein Händler sprach von einer "versteckten Gewinnwarnung" von Hella. Die Erwartungen seien aber noch niedriger gewesen, die Aktie stieg deshalb um 3,8 Prozent. Kuka-Papiere brachen dagegen um 9,3 Prozent ein.

ENDE EINER ERFOLGSSTRÄHNE

Bei Kuka ist die seit fast zehn Jahren andauernde Erfolgssträhne beendet. Mit dem neuen Eigentümer habe das nichts zu tun, sagte Vorstandschef Mohnen, der Anfang Dezember vorläufig Till Reuter abgelöst hatte. "Kulturell ist da nichts schiefgelaufen. Wir sind in einem Umfeld der Unsicherheit, und wir sind da gar nicht alleine." Das Wachstum auf dem chinesischen Roboter-Markt habe sich verlangsamt und sei so gering wie seit der Finanzkrise nicht mehr. "Ausgerechnet in unserem Haupt-Fokusmarkt sind wir hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben", sagte Mohnen. "Das ärgert uns." Kuka glaube aber an eine Erholung der Nachfrage.

2018 lief mit einem Umsatzrückgang um fast zehn Prozent auf etwa 3,2 (2017: 3,5) Milliarden Euro noch schlechter als im Herbst gedacht. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) brach auf knapp 100 Millionen Euro ein. Die Umsatzrendite, die eigentlich auf 5,5 Prozent steigen sollte, sank auf 3,0 Prozent. 2020 seien weder der von Reuter angepeilte Umsatz von 4,0 bis 4,5 Milliarden Euro erreichbar noch eine operative Umsatzrendite von 7,5 Prozent.

Sein Nachfolger Mohnen, vormals Finanzvorstand, will mit Einsparungen gegensteuern. "Das Effizienzprogramm wird auch Personalmaßnahmen umfassen", sagte Mohnen. Von der bis 2023 geltenden Beschäftigungsgarantie, die der chinesische Mehrheitsaktionär Midea für die 14.000 Mitarbeiter abgegeben hatte, sei das unberührt. Die Entscheidung sei in Augsburg gefallen und Kuka nicht aus China aufgezwungen worden, sagte Mohnen. "Langfristig sichert uns jedoch vor allem unsere Performance. Um diese zu stärken, handeln wir frühzeitig."

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