Reuters

Deutsche Börse übertrifft eigene Gewinnprognose deutlich

23.01.2019 um 10:02 Uhr

Frankfurt (Reuters) - Bei der Deutschen Börse laufen die Geschäfte rund.

Der Betreiber der Frankfurter Wertpapierbörse hat im vergangenen Jahr seine eigene Gewinnprognose offenbar klar übertroffen. Wie das Unternehmen am Dienstagabend in Eschborn bei Frankfurt mitteilte, lag der bereinigte Nettogewinn 2018 vorläufigen Berechnungen zufolge um 17 Prozent über dem Vorjahresniveau. Ursprünglich hatte die Börse, die seit Jahren von Ergebnisrekord zu Ergebnisrekord eilt, mit einem Wachstum des Nettoergebnisses von mindestens zehn Prozent gerechnet. 2017 hatte der Konzern unter dem Strich 857 Millionen Euro verdient.

Das Unternehmen profitierte im Gegensatz zu vielen Banken zuletzt von den teils heftigen Schwankungen an den Börsen im Zusammenhang mit diversen politischen Krisen in aller Welt und dem Handelsstreit zwischen den USA und China. Das Unternehmen verdient sowohl am Wertpapierhandel - egal ob die Kurse steigen oder fallen - als auch bei Absicherungsgeschäften an der Eurex. Der Dax-Konzern will seine detaillierten Zahlen am 14. Februar veröffentlichen. Die Aktie legte am Mittwoch im frühen Handel um knapp ein Prozent zu. Viele Analysten hatten bereits damit gerechnet, dass der seit einem Jahr amtierende Börsen-Chef Theodor Weimer seine eigene Gewinnprognose übertrifft.

Weimer hat als Nachfolger des über eine Insider-Affäre gestolperten Ex-Chefs Carsten Kengeter die Börse im vergangenen Jahr in ruhigeres Fahrwasser geführt und zugleich kräftig gespart. Zuletzt hatte er dann mehrfach seinen Appetit auf Übernahmen klargemacht und unter anderem erklärt: "Wir brauchen größere Deals, die uns weiter nach vorne bringen." Eine von Kengeter eingefädelte Fusion mit der Londoner Börse LSE war im Frühjahr 2017 gescheitert.

Die Börse hat zuletzt zwei Übernahmen mit jeweils einem Volumen von knapp 100 Millionen Euro gestemmt: Swisscanto, eine Fondsplattform, und die Devisenhandelsplattform GTX. Nach seinen eigenen Worten würde Weimer den Konzern gerne im Datengeschäft, im Handel mit Währungen und Rohstoffen, im Fondsservicegeschäft und im Anleihehandel verstärken. Viele potenzielle Ziele seien allerdings aktuell sehr teuer.

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