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Telekom-Chef ist mit der 5G-Auktion nicht glücklich

21.02.2019 um 13:37 Uhr

- von Nadine Schimroszik

Bonn (Reuters) - Telekom-Chef Timotheus Höttges wettert gegen die Versteigerung der 5G-Frequenzen in Deutschland.

Er sei nicht "glücklich" über das Auktionsdesign, sagte Höttges am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Bonn. Damit der deutsche Branchenprimus keine Nachteile davonträgt, wird er nun - wie bereits die kleineren Konkurrenten Telefonica Deutschland und Vodafone Deutschland - einen Eilantrag gegen die Rahmenbedingungen einreichen.

Bisher ist geplant, dass die 5G-Versteigerung in der zweiten Märzhälfte startet. Es ist aber unklar, ob der Termin angesichts der Eilanträge zu halten ist. Höttges kritisierte vor allem die aus seiner Sicht unrealistischen Auktionsauflagen hinsichtlich der Zahl der Funkantennen und des National Roaming. Der Bundesnetzagentur zufolge sollen die Unternehmen unter sich klären, wie und für welchen Preis Mobilfunkkunden das Netz eines Konkurrenten nutzen können, wenn das Angebot ihres eigenen Betreibers zu schlecht ist. 5G soll weltweit den Weg für künftige Schlüsseltechnologien wie Industrie 4.0 und autonomes Fahren bereiten. Andere Länder sind aber schon weiter als Deutschland. Heftig diskutiert wird in Europa derzeit auch darüber, ob der chinesische Netzwerkausrüster Huawei vom Aufbau der neuen Mobilfunktechnik ausgeschlossen werden soll. US-Geheimdienste werfen dem Marktführer enge Verbindungen zur Regierung in Peking vor und befürchten Spionage.

"VORSICHTIGE" PROGNOSE ENTTÄUSCHT AM MARKT

Im Kerngeschäft lässt sich die Telekom von diesen Unsicherheiten allerdings nicht ablenken. Im vergangenen Jahr übertraf der Konzern seine eigenen - mehrmals angehobenen Ziele - und schaffte beim bereinigten Betriebsergebnis unter konstanten Wechselkursen ein Plus von 7,2 Prozent auf 23,8 Milliarden Euro. "Das ist eine Bestmarke", sagte Höttges. Dank glänzender Geschäfte der US-Mobilfunktochter T-Mobile US stiegen die Erlöse um 3,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Allerdings musste die Telekom auf dem wichtigen Heimatmarkt ein Umsatzminus verdauen.

2019 wird der Konzern erstmal kleinere Brötchen backen und rechnet beim bereinigten Ebitda mit einem Plus von drei Prozent auf 23,9 Milliarden Euro. Das sei "vorsichtig", sagte der neue Finanzvorstand Christian Illek. "Wir warten, wie sich das USA-Geschäft entwickelt." Der Erfolgsmotor der vergangenen Jahre trägt inzwischen mehr als 40 Prozent zum Telekom-Ergebnis bei.

Die Telekom-Aktie verlor bis zum frühen Nachmittag rund 1,4 Prozent. "Der Ausblick sieht auf den ersten Blick sehr vorsichtig aus", sagte ein Händler. "Das drückt die Stimmung, obwohl 2018 ganz solide gelaufen ist." Da half auch die vierte Anhebung der Dividende auf inzwischen 70 Cent je Aktie nichts. Davon profitiert auch der Bund, der mit rund 32 Prozent weiterhin größter Aktionär des früheren Staatsunternehmens ist.

"ICH ÄRGERE MICH ÜBER JEDES FUNKLOCH"

Fortschritte macht die Telekom bei ihrem langjährigen Sorgenkind T-Systems aus. Die Großkundensparte konnte zuletzt mehr Aufträge einheimsen und soll im laufenden Jahr wieder einen positiven Ergebnisbeitrag leisten. Auch bei der Neuaufstellung, die mit dem Abbau von mehr als 10.000 Stellen einhergeht, kommt Spartenchef Adel Al-Saleh voran. Verkäufe von Teilbereichen sind dabei laut Finanzchef Illek nicht vom Tisch.

Neben der 5G-Auktion und T-Systems hält die Telekom die Mega-Fusion von T-Mobile US mit dem kleineren Rivalen Sprint auf Trab. "Wir bleiben zuversichtlich", sagte Höttges. Er rechne mit einer Richtungsentscheidung der US-Behörden im zweiten Quartal. Kritiker befürchten Entlassungen und höhere Preise durch die 26 Milliarden Dollar schwere Fusion der Nummer drei und vier auf dem US-Mobilfunkmarkt.

Ein Thema - nämlich der Netzausbau - beschäftigt die Deutsche Telekom in all ihren Märkten. Im laufenden Jahr will das Unternehmen rund 12,7 Milliarden Euro in die Hand nehmen - größtenteils um neue Anschlüsse zu legen. "Ich ärgere mich über jedes Funkloch", sagte Höttges. Die Zahl der Glasfaserkunden liegt inzwischen bei 12,2 Millionen, ist damit aber weit von flächendeckend entfernt. Das muss sich bis spätestens 2025 ändern - bis dahin verspricht die Bundesregierung jedem Bürger einen Gigabit-Anschluss.

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