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Zalando will Online-Modemarkt in wenigen Jahren dominieren

28.02.2019 um 12:52 Uhr

- von Nadine Schimroszik

Berlin (Reuters) - Neue Kunden und Partner sollen das Wachstum von Zalando in diesem Jahr ankurbeln.

"Wir wollen mehr als drei Mal so stark wachsen wie der gesamte Online-Modemarkt", sagte Vorstand Rubin Ritter am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz von Europas größtem Online-Modehändler. Vorstandskollege David Schröder will sich am Erfolg von Netflix und Spotify orientieren, die die etablierte Film- und Musikbranche ordentlich durcheinander gewirbelt haben, und gab als Motto für Zalando aus: "Wir wollen die erste Anlaufstelle für Mode werden." Das Unternehmen will den Schwung aus dem Weihnachtsgeschäft mitnehmen und stellt für 2019 ein Umsatzplus um mindestens 20 Prozent in Aussicht. Der bereinigte Betriebsgewinn soll nach einem Rückgang im vergangenen Jahr nun auf bis zu 225 Millionen Euro klettern. Dazu sollen auch mehr zahlende Mitglieder beitragen, die von Vorteilen ähnlich wie bei Amazon Prime profitieren können.

Anleger ließen sich vom Optimismus anstecken. Die im MDax gelistete Aktie, in den vergangenen Monaten etwas gebeutelt, legte zeitweise um fast 20 Prozent zu. Das war der größte Kurssprung seit zweieinhalb Jahren. Analyst Volker Bosse von der Baader Helvea Bank nannte den Ausblick "sehr vielversprechend." Im Sog der Zalando-Aktie legten auch die Papiere der kleineren britischen Rivalen Asos und Boohoo zu.

Zalando ist inzwischen in 17 Ländern aktiv und verkauft neben Kleidung auch Kosmetika. Die Berliner profitieren davon, dass immer mehr Menschen ihre Mode im Netz bestellen. Trotzdem kämpften sie zuletzt auch mit Problemen bei der Zustellung und dem Wetter. Insgesamt zogen die Erlöse 2018 um ein Fünftel auf 5,4 Milliarden Euro an - und damit weniger als in den vorangegangenen Jahren. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) fiel sogar um ein Fünftel auf rund 173 Millionen Euro. "2018 hatte seine Herausforderungen", räumte Vorstandsmitglied Rubin Ritter ein. Der lange heiße Sommer und der verspätete Start in die Wintersaison führten dazu, dass die Kunden weniger neue Sachen einkauften - in den Läden ebenso wie im Internet. Manche klassischen Einzelhändler sind deshalb in noch größerer Not: So meldete Gerry Weber unlängst Insolvenz an, Tom Tailor flüchtete sich in die Arme des chinesischen Investors Fosun.

NOCH MEHR KONKURRENZ FÜR AMAZON

Zalando hat inzwischen mehr als 26 Millionen Kunden. Allein im vierten Quartal kamen 1,3 Millionen neu hinzu. Um sie alle bei der Stange zu halten, will der Konzern erneut kräftig investieren und rund 300 Millionen Euro in Logistik und Technologie stecken. Möglicherweise würden auch neue Logistikzentren eröffnet, kündigte Vorstand Robert Gentz an. Bisher hat das Unternehmen elf Lagerhallen.

Daneben fließt Geld in den Ausbau des Mitgliederprogramms Zalando Plus, das sich an Amazon Prime orientiert. Gegen eine Jahresgebühr von 50 Euro werden Kunden zum Beispiel schneller beliefert. Mitglieder gäben zwei bis drei Mal mehr für Mode aus als herkömmliche Kunden, machte Gentz die Vorteile für Zalando deutlich. Deswegen werde das Programm auch auf die Schweiz und Italien ausgeweitet. Viel verspricht sich Zalando auch vom Ausbau des Partnerprogramms, bei dem Modefirmen ihre Kleidung auf eigenen Markenseiten anbieten und einspringen, wenn bei Zalando selbst bestimmte Kleidungsstücke ausverkauft sind. Der Umsatzanteil des Partnerprogramms werde bis 2023/24 auf etwa 40 Prozent steigen, kündigte Ritter an.

Die Aufgaben in dem Konzern, der 2008 gegründet und inzwischen mehr als 15.000 Mitarbeiter zählt, sollen künftig auch im Vorstand auf mehr Köpfe verteilt werden. Im April stoßen deswegen David Schröder als Finanzchef und Jim Freeman als Technologiechef zu dem bisher nur drei Mitglieder zählenden Vorstand.

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