Reuters

Iran um Deeskalation im Konflikt mit den USA bemüht

16.05.2019 um 15:47 Uhr

Tokio/Sanaa (Reuters) - Angesichts wachsender Sorge vor einem Krieg im Nahen Osten bemüht sich der Iran, den Konflikt mit den USA nicht weiter eskalieren zu lassen.

Sein Land übe maximale Zurückhaltung, obwohl die USA vor einem Jahr aus dem Atomabkommen ausgestiegen seien, sagte Außenminister Mohammad Dschawad Sarif am Donnerstag in Tokio. Es sei inakzeptabel, wie die USA nun die Spannungen schürten. Saudi-Arabien warf dem Iran vor, hinter dem Angriff auf eine saudiarabische Pipeline zu stecken, zu dem sich die aus Teheran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen bekannt hatten. Das von Riad angeführte Militärbündnis bombardierte die von den Huthis kontrollierte Hauptstadt Sanaa. Ziel seien Militärstützpunkte und Munitionslager gewesen, erklärte die Allianz. Nach Angaben der Huthis wurden bei den Luftangriffen sechs Zivilisten getötet und 52 verletzt.

Es sei bei den Luftangriffen darum gegangen, den Huthis die Fähigkeit zu aggressiven Handlungen zu nehmen, erklärte das Militärbündnis. Sanaa wird von den Huthis kontrolliert, seit die Rebellen Ende 2014 die international anerkannte Regierung von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi stürzten. Das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis hatte schon früher Ziele in der Stadt beschossen, wo sie Drohnen- und Raketenlager vermutete.

Saudi-Arabiens Vize-Verteidigungsminister Prinz Chalid bin Salman gab dem Iran die Schuld an den Drohnenangriffen auf mehrere Ölpumpstationen. Die Attacke belege, dass die Huthis lediglich ein Instrument seien, dessen sich das iranische Regime in seinen expansionistischen Bestrebungen bediene. Der Konflikt im Jemen gilt als Stellvertreterkrieg der beiden Erzrivalen Saudi-Arabien und Iran, um die Vormachtstellung in der Region.

Der Irak wappnet sich unterdessen für eine Unterbrechung der Gaslieferungen aus dem Nachbarland Iran. Das Land habe entsprechende Notfallpläne aufgelegt, sagte Ölminister Thamer Ghadhban. Der Irak ist trotz des eigenen Ölreichtums zur Stromerzeugung stark von Gasimporten aus dem Iran abhängig. Die USA waren vor einem Jahr aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und ziehen seit einiger Zeit die Sanktionsschraube im Streit mit dem Land scharf an. Die Europäer wollen dagegen an dem Abkommen festhalten. Dies gestaltet sich jedoch schwierig, weil auch europäische Unternehmen bei Iran-Geschäften von den US-Strafmaßnahmen bedroht sind. US-Präsident Donald Trump ließ zuletzt einen Flugzeugträger, Langstreckenbomber sowie Flugabwehrraketen in die Region verlegen.

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