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Vodafone spaltet Mobilfunkmasten-Tochter ab - Börsengang möglich

26.07.2019 um 15:17 Uhr

London (Reuters) - Der britische Mobilfunk-Konzern Vodafone will seine Handy-Masten in eine eigene Gesellschaft abspalten und womöglich an die Börse bringen.

Mit 61.700 Funktürmen in zehn europäischen Ländern von Deutschland über Italien bis Spanien würde sie die spanische Cellnex als größten Betreiber von Mobilfunkmasten in Europa ablösen. Vodafone erwägt, Investoren an Bord zu nehmen oder einen Minderheitsanteil über die Börse zu verkaufen. Bei einem Umsatz von 1,6 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von 900 Millionen Euro könnte die Funkturm-Firma nach branchenüblichen Bewertungsmaßstäben bis zu 15 Milliarden Euro schwer sein. Die neue Gesellschaft solle bis Mai 2020 an den Start gehen, sagte Vodafone-Chef Nick Read am Freitag.

Die Aktionäre des weltweit zweitgrößten Mobilfunkbetreibers reagierten enthusiastisch. Die Aktien legten in London fast zehn Prozent auf 145 Pence zu. "Angesichts der Größe und der Qualität unserer Infrastruktur glauben wir, dass das eine große Chance ist, Wert für die Aktionäre zu schaffen", sagte Read. Zugleich könne Vodafone damit leichter Bündnisse eingehen, um sich die Infrastruktur mit anderen Mobilfunkanbietern zu teilen. Mit dem Erlös aus einem Teilverkauf oder Börsengang will Vodafone seine Schulden reduzieren. Bei Finanzinvestoren sind Infrastruktur-Unternehmen beliebt, weil sie langfristig zuverlässige Einnahmen-Ströme garantieren.

Mit der Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G kommen auf die Handy-Konzerne milliardenschwere Investitionen in neue Funkmasten zu. Viele versuchen, sich die Kosten dafür mit anderen Betreibern zu teilen, indem die Masten für mehrere Netze genutzt werden. In Großbritannien teilt sich Vodafone bereits jetzt Standorte mit O2 (Telefonica), in Spanien mit Orange, und in Italien steht eine Partnerschaft mit der Telecom-Italia-Tochter Inwit bevor. Cellnex-Chef Tobias Martinez winkte am Freitag aber ab, als er auf eine Beteiligung an den Vodafone-Funkmasten angesprochen wurde: "Ich glaube, das ist nicht die Art von Projekten, die wir uns anschauen."

Vodafone ist nicht der erste Mobilfunk-Konzern, der seine Infrastruktur abspaltet. Die Deutsche Telekom hat ihre 29.000 Masten in die Deutsche Funkturm eingebracht, überlegt aber noch, was sie damit macht. Beim 5G-Netzausbau arbeitet sie mit der Telefonica-Deutschland-Tochter O2 zusammen.

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