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Lufthansa-Gewinn bricht ein - Preiskampf und höhere Kosten

30.07.2019 um 07:57 Uhr

Frankfurt (Reuters) - Der Preiskampf in Europa und höhere Kosten haben den Gewinn der Lufthansa im abgelaufenen Quartal einbrechen lassen.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) sackte von April bis Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 25 Prozent auf 754 Millionen Euro ab. Das Konzernergebnis lag wegen einer Steuerrückstellung mit 226 Millionen Euro sogar 70 Prozent unter Vorjahr. "Unser Ergebnis wird durch harten Konkurrenzkampf in Europa mit hohen Überkapazitäten beeinflusst", erklärte Finanzchef Ulrik Svensson am Dienstag. Besonders die Kurzstrecken in Deutschland und Österreich seien umkämpft, die Kunden generell sehr preissensitiv. Höhere Kosten fielen für Treibstoff und die Überholung von Triebwerken an. Der Umsatz legte im zweiten Quartal um vier Prozent zu auf 9,6 Milliarden Euro.

Vor sechs Wochen hatte die Lufthansa wegen der schwachen Geschäftsentwicklung schon die Jahresprognose kräftig gesenkt. Für 2019 erwartet der Dax-Konzern seither noch eine Ebit-Marge von 5,5 bis 6,5 Prozent, was einem bereinigten Ergebnis zwischen 2,0 und 2,4 Milliarden Euro entspricht - gegenüber dem Vorjahr wäre das ein Rückgang um 14 bis 28,5 Prozent.

Bei den Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines brach der Gewinn im ersten Halbjahr um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein. Die Billigflugtochter Eurowings schrieb einen Verlust von 273 (Vorjahr 220) Millionen Euro in den ersten sechs Monaten. Eurowings baute das Angebot im ersten Halbjahr um 3,8 Prozent aus, obwohl das Unternehmen vor drei Monaten angekündigt hatte, in diesem Jahr gar nicht wachsen zu wollen. Damit sollte der Flugbetrieb stabilisiert werden und das Augenmerk stärker auf die Integration der Geschäftsteile gelegt werden, welche die Lufthansa von der 2017 pleite gegangenen Air Berlin gekauft hat. Doch seither tobt unter den Billigfluganbietern ein Konkurrenzkampf um Marktanteile um jeden Preis. Beim Erzrivalen Ryanair war das Ergebnis im zweiten Quartal um ein Fünftel gesunken. Lufthansa und Ryanair werfen sich gegenseitig vor, Flüge zu Dumpingpreisen in den Markt zu drücken. Der Preiskampf werde in diesem Jahr noch weitergehen, erklärte ein Lufthansa-Sprecher nun.

Im Juni hatte Eurowings-Chef Thorsten Dirks einen Sparplan angekündigt, durch den die Lufthansa-Tochter schwarze Zahlen schreiben soll. Personalabbau sei damit nicht verbunden, bekräftigte dazu ein Lufthansa-Sprecher. Zu einem Bericht des "Handelsblatt", wonach in Vorstand und Aufsichtsrat über einen Konzernumbau hin zu einer Holding diskutiert wird, verwies der Sprecher auf Äußerungen von Vorstandschef Carsten Spohr im vergangenen Monat. Demnach fühle sich Lufthansa in der jetzigen Struktur wohl, die eine gute Mischung aus zentralem Management und dezentraler betrieblicher Steuerung sei.

Im vergangenen Jahr war es zu massiven Störungen im Flugverkehr gekommen, was an Personalengpässen bei Fluglotsen, ungewöhnlich vielen Unwettern, aber auch organisatorischen Problemen bei der Lufthansa selbst lag. Hier hat sich die Lage gebessert durch Investitionen in mehr Reserveflugzeuge, auch Flugsicherung und Flughäfen setzten nach einem branchenweiten, im Herbst vereinbarten Plan mehr Ressourcen ein. Die Zahl der Flugausfälle bei der Lufthansa sank im ersten Halbjahr deutlich.

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