Reuters

Generali-Deal füllt Kassen von Hannover Rück

08.08.2019 um 10:27 Uhr

Frankfurt (Reuters) - Höhere Prämieneinnahmen und ein positiver Sondereffekt durch die Beteiligung am Versicherungs-Abwickler Viridium haben den Gewinn der Hannover Rück getrieben.

Das Nettoergebnis des weltweit viertgrößten Rückversicherers stieg im ersten Halbjahr um 19 Prozent auf 662,5 Millionen Euro, wie der MDax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Dabei verbuchte die Hannover Rück 100 Millionen Euro Extra-Gewinn aus der Übernahme von vier Millionen klassischen Lebensversicherungs-Verträgen der deutschen Generali Leben durch den Abwickler Viridium, an dem der Rückversicherer mit 20 Prozent beteiligt ist. Viridium hatte die rund vier Millionen Policen im April übernommen, um diese bis zum Ende der Laufzeit abzuwickeln.

Finanzchef Roland Vogel stellte den Anlegern eine erneute Sonderdividende sowie eine Erhöhung der Prognose nach dem dritten Quartal in Aussicht, sofern die im September beginnende Hurrikan-Saison das Ergebnis nicht durcheinanderwirbelt. Bislang erwartet die Hannover Rück für 2019 einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro, inklusive des Viridium-Effekts sind es 1,2 Milliarden. Stand heute könnten die Anleger wieder mit einer Ausschüttung von 5,25 Euro je Aktie rechnen, sagte Vogel in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

"Es gibt weltweit eine spürbar höhere Nachfrage nach Rückversicherungsschutz", sagte der Finanzchef. "Wo immer das für uns profitabel war, haben wir zusätzliches Geschäft gezeichnet." Zudem konnte die Hannover Rück in den Vertragserneuerungen zum 1. Juni und 1. Juli in der Schaden-Rückversicherung Preissteigerungen durchsetzen. Im ersten Halbjahr legten die Bruttoprämien um 17,1 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro zu, währungsbereinigt war das ein Plus von 14,5 Prozent.

Die Belastungen durch Großschäden stiegen auf 140,5 (Vorjahr: 93,3) Millionen Euro, lagen damit immer noch deutlich unter dem dafür reservierten Budget. Größter Einzelschaden war mit 45,7 Millionen Euro eine Explosion in einer Raffinerie in Philadelphia im Juni, gefolgt von Überschwemmungen im australischen Queensland Ende Januar mit 25,9 Millionen. Weil zudem der Taifun Jebi, der im September 2018 Japan traf, höhere Schäden verursachte als zunächst angenommen, verschlechterte sich die Schaden-Kosten-Quote im ersten Halbjahr auf 96,7 (95,7) Prozent.

Belastungen durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten fürchtet die Hannover Rück nicht. Mit stillen Reserven von zwei Milliarden Euro habe der Konzern einen signifikanten Puffer, sagte Vogel. Die Talfahrt an den Aktienmärkten treffe den Rückversicherer nicht, da er zurzeit keine börsennotierten Aktien besitze. Eher könne der Rückversicherer bei weiteren Kurskorrekturen die Gelegenheit zum Einstieg nutzen. Im ersten Halbjahr lag die Kapitalanlagerendite - bereinigt um den Viridium-Effekt - bei drei Prozent und damit über den für das Gesamtjahr angestrebten 2,8 Prozent.

Trader-Coachings

Webinare

Wir glauben daran, dass gute Lerninhalte den Weg zum erfolgreichen Trader deutlich schmerzfreier gestalten als ein reines Learning by Doing.

Aktuelle Termine

„aktien” Magazin

„aktien” Magazin

Lernen Sie das aktien Magazin kennen und laden Sie sich noch heute Ihre kostenlose Probeausgabe als PDF herunter.

Probeausgabe
Hinweis: Die veröffentlichten Tradingsignale und Empfehlungen dienen lediglich der allgemeinen Information, sie sind keine Beratung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und stellen kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Wertpapieren oder Derivaten dar. Sie entsprechen lediglich der aktuellen Einschätzung des verwendeten Handelssystems.
TraderFox GmbH: Impressum & Datenschutz - Allgemeine Geschäftsbedingungen