Reuters

Continental stellt mehrere Werke auf den Prüfstand

23.08.2019 um 15:07 Uhr

Hamburg (Reuters) - Beim kriselnden Zulieferer Continental stehen offenbar mehrere Werke auf der Kippe.

Im Zuge der angekündigten Sanierung würden auch Standorte überprüft, bestätigte ein Sprecher am Freitag, ohne Details zu nennen. "Dass wir alle Geschäftsbereiche überprüfen, steht ausser Frage." Auch die Sparte Rubber mit dem Reifengeschäft sei betroffen.

Die "Hannoversche Allgemeine" berichtete, der Dax-Konzern wolle neun seiner weltweit 32 Werke in der Antriebssparte dichtmachen. Auch Standorte in Deutschland kämen für einen Stellenabbau in Frage. Ingesamt seien bis zu 4000 Jobs in Gefahr.

Weder das Unternehmen noch die Gewerkschaft IG Metall machten Angaben zum Umfang möglicher Werksschließungen oder zur Höhe eines Stellenabbaus. "Wir gehen davon aus, dass das gemeinsame Verständnis trägt, den anstehenden Wandel sozialverträglich zu gestalten", erklärte Ralf Schamel, der im Vorstand der Gewerkschaft für Continental zuständig ist. Ziel müsse die Sicherung der Beschäftigung sein.

Continental hatte Anfang August ein Programm angekündigt, um angesichts der grassierenden Flaute die Finanzkraft dauerhaft zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Der daraus entstehende Handlungsbedarf solle mit den Arbeitnehmervertretern besprochen werden. Diese Gespräche laufen nach Angaben des Unternehmens inzwischen. Die Geschäftsziele hatte Conti bereits Ende Juli nach einem Gewinneinbruch gekappt und dies mit der weltweit sinkenden Fahrzeugproduktion und Unsicherheiten durch den Handelsstreit zwischen den USA und China begründet. Auch andere Zulieferer und große Autobauer wie BMW und Daimler ringen mit den Folgen des Konjunkturabschwungs.

Contis Finanzvorstand Wolfgang Schäfer hatte Reuters bei der Präsentation der Quartalszahlen gesagt, der Reifen- und Elektronikzulieferer bereite sich wegen des Zollkonflikts und drohenden weiteren Handelsbeschränkungen auf eine Verlagerung von Teilen der Produktion ins Ausland vor. Das könne auch zu einem Stellenabbau in Deutschland führen. Die Autobauer sähen sich wegen der Zolldiskussion immer mehr dazu gezwungen, ihre Standortstrategie zu überdenken. "In der Folge würde das auch füs uns gelten", sagte Schäfer.

Zugleich hatte der Konzern mehrere Weichenstellungen bekannt gegeben, um auf den beschleunigten Wandel der Automobilindustrie in die E-Mobilität zu reagieren. Davon ist vor allem das Antriebsgeschäft betroffen, bei der die sinkenden Nachfrage nach Verbrennungsmotoren zu Buche schlägt.

Der Konzern hat schon vor längerem den Umbau zu einer Holding mit drei Säulen bekannt gegeben: der Rubber-Gruppe, der Sparte Automotive mit dem Zuliefergeschäft und dem Antriebsgeschäft, das unter dem Namen "Vitesco Technologies" an die Börse gebracht werden soll. Der Konzernsprecher stellte klar, dass die den Beschäftigten von Powertrain in Deutschland bis 2023 gegebene Beschäftigungsgarantie "nur für Maßnahmen im Rahmen des Umbaus zu einer rechtlich unabhängigen Gesellschaft und mit Blick auf die Vorbereitung auf den Teilbörsengang" gelte. Mit dem Versprechen hatte Conti Bedenken der Belegschaft wegen der Ausgliederung ausräumen wollen. Maßnahmen in einzelnen Werken oder Geschäftsbereichen in einem anderen Zusammenhang seien davon ausdrücklich ausgenommen worden. Deshalb könne sich die Gewerkschaft nicht auf eine für alle Beschäftigten geltenden Schutz vor Stellenabbau berufen.

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