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Post will mit Investitionen in Digitalisierung Gewinn treiben

01.10.2019 um 13:47 Uhr

Frankfurt (Reuters) - Die Deutsche Post will mit Milliarden-Investitionen in die Digitalisierung weiter vom boomenden Online-Handel profitieren.

"Der E-Commerce wird die Welt weiter verändern - für uns ist das eine sehr gute Nachricht", sagte Konzernchef Frank Appel bei der Vorstellung seiner "Strategie 2025" am Dienstag in Frankfurt. Der Konzern will rund zwei Milliarden Euro in die Digitalisierung investieren, um seine Dienstleistungen zu verbessern und produktiver zu arbeiten. Damit will Appel auch Großkunden aus dem Online-Handel bei der Stange halten, die wie der US-Riese Amazon zunehmend in eigene Zustellnetze investieren und damit langfristig zu Konkurrenten werden könnten. Amazon werde auch 2025 ein großer Kunde der Post sein, versicherte Appel. Die Investitionen in die Digitalisierung sollen auch den Gewinn der Post treiben. Der operative Gewinn (Ebit) solle bis 2022 mindestens 5,3 Milliarden Euro erreichen, sagte Finanzchefin Melanie Kreis.

"Wir werden uns digitalisieren", versprach Appel. Roboter sollen etwa in Lägern Mitarbeiter unterstützen, Daten-Analysen sollen helfen, Warenströme besser zu prognostizieren und damit Kosten zu sparen. Die Post will damit ihre Kern-Geschäftsfelder rund um Paket, Brief, Express, Fracht und Logistik stärken, mit denen der Konzern in den jeweiligen Märkten Führungspositionen einnehme: "Wir müssen uns nicht neu erfinden", betonte Appel - der Konzern stehe so stark da wie noch nie in seiner Geschichte. Nicht zum Kerngeschäft zählt für Appel und Kreis die Elektrolieferwagen-Firma StreetScooter, für die die Post einen Partner sucht.

Die bisherige, über fünf Jahre angelegte Strategie 2020 zielte unter anderem darauf ab, im kommenden Jahr den operativen Gewinn auf über fünf Milliarden Euro zu schrauben. Dieses Ziel bekräftigte der Post-Chef. Mit der neuen Strategie gibt die Post indes keine mittelfristigen Finanzziele mehr über einen Zeitraum von fünf Jahren aus. Handelskonflikte und politische Unsicherheiten schränkten die Sicht ein, sagte Kreis. Finanz-Ziele soll es nur noch über drei Jahre geben.

Appel hatte die nun auslaufende Strategie 2020 im April 2014 vorgestellt. Das operative Ergebnis sollte dem Plan zufolge im Durchschnitt mehr als acht Prozent pro Jahr zulegen. Die Post-Aktie katapultierte Appel mit seiner Strategie indes nicht in ungeahnte Höhen: Das Papier kostete zum Jahresende vor fünf Jahren 27,05 Euro, vor der Vorstellung der neuen Strategie notierte es am Montag bei 30,23 Euro. Während des vergangenen Fünf-Jahres-Zeitraums hatte die "Aktie Gelb" unter anderem wegen einer Gewinnwarnung für das Paket-Geschäft aus dem Jahre 2018 Federn lassen müssen. Auch eine fehlgeschlagene Umstellung der Datenverarbeitung im Fracht-Bereich bremste, Pläne für eine rasante internationale Expansion des Paket-Geschäfts oder eigene globale Internet-Shops verschwanden in der Versenkung. "Wird der schlafende Riese erwachen?" fragten Bernstein-Analysten nun mit Blick auf Appels neuen Plan. Bei den Anlegern kam dieser am Dienstag nicht so gut an: Post-Aktien notierten am Mittag mit einem Minus von über 2,3 Prozent bei 29,92 Euro.

Erst einmal muss Appel nun aber für 2020 liefern: Dann soll der operative Ertrag auf mehr als fünf Milliarden Euro klettern, im laufenden Jahr sollen es bis zu 4,3 Milliarden Euro werden. Es bleibt also noch ein weiter Weg bis zum Ziel von mehr als fünf Milliarden Euro 2020. Dabei sollen auch Preiserhöhungen helfen - vom Brief über das Paket bis hin zu Express-Sendungen dreht die Post an der Preisschraube. Auch in den kommenden Jahren wolle der Konzern Preise erhöhen, sagte der Post-Chef.

Die lahmende Weltkonjunktur und die Verunsicherung durch den Handelskonflikt zwischen China und den USA geben Appel aktuell keinen Rückenwind. Rivale FedEx hatte erst im September wegen der Handelsstreitigkeiten seine Erwartungen für 2019 zusammengestrichen. Aber auch der Online-Händler Amazon macht FedEx zu schaffen, denn dieser setzt in den USA deutlich aggressiver als in Europa auf eigene Zustell-Netze. "Wir konkurrieren im Grunde genommen mit fünf Einheiten. Da ist UPS. Da ist DHL. Da ist der US-Postdienst. Und zunehmend gibt es jetzt Amazon", hatte FedEx-Chef Frederick Smith jüngst gesagt. Appel will dem mit seinen Investitionen vorbeugen.

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