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Brexit kann Deutsche-Bank-Fondstochter DWS nicht schocken

08.10.2019 um 08:57 Uhr

Frankfurt (Reuters) - Der bevorstehende Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) lässt den Vermögensverwalter DWS kalt.

"Der Brexit macht mir wenig Sorgen", sagte Europachef Clemens Schäfer in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters anlässlich der am Montag beginnenden Immobilienmesse Expo-Real. "Ich glaube, dass der Standort London so viele langlebige Vorteile hat, die durch einen Brexit nicht auslöschbar sind." Zudem seien Europäer generell nicht nachtragend, so dass es in absehbarer Zeit wohl zu einem Freihandelsabkommen mit Großbritannien kommen werde.

Die Deutsche-Bank-Tochter schaue sich derzeit viele Investitionsobjekte in Großbritannien an, sagte Schäfer. "Wenn es dort wegen des Brexits eine Delle geben wird, was passieren kann, ist dies durchaus eine Gelegenheit, unser Portfolio auszubauen." Erst vor wenigen Wochen erwarb die DWS für rund 600 Millionen Pfund ein Portfolio an Studentenwohnungen in mehreren kleineren britischen Städten. Außerdem stünden Logistikzentren und Hotels im Fokus der Fondsgesellschaft, die zu 79 Prozent der Deutschen Bank gehört. Wachstumschancen sieht Schäfer auch in Finnland, Schweden, Frankreich und in den Niederlanden.

Die Nachfrage nach offenen Immobilienfonds bleibe weiterhin hoch, zeigte sich der DWS-Manager überzeugt. Diese Form der Anlage richtet sich vor allem an Privatanleger, die sich so mit relativ kleinen Beiträgen an Immobilien beteiligen können. "Wir glauben, dass es auch im nächsten Jahr wieder sehr gute Zuflüsse geben wird." Der Wert der drei offenen Immobilienfonds der DWS - Grundbesitz Europa, Grundbesitz Global und Grundbesitz Fokus Deutschland - lag Ende August bei insgesamt gut zwölf Milliarden Euro. Konzernweit verwaltet das Unternehmen mehr als 700 Milliarden Euro. Die Vermögensverwaltungssparte der Münchener Allianz kommt im Vergleich dazu auf das Dreifache.

Anlässlich der weltweiten Klimadebatte will die DWS künftig umweltfreundlicher auftreten. So wolle sie den CO2-Ausstoß der in ihren Fonds verwalteten Büroimmobilien in Europa gegenüber dem Jahr 2017 um 50 Prozent bis zum Jahr 2030 reduzieren, kündigte Schäfer an. Für Kunden solle das keine Nachteile haben. "Wir gehen davon aus, dass sich dies nicht negativ gegenüber einer Rendite ohne Nachhaltigkeitsinvestition auswirkt, da wir beispielsweise Bewirtschaftungskosten senken können."

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