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Konkurrenz durch Online-Händler macht Post-Express-Sparte nicht bange

19.11.2019 um 12:22 Uhr

Troisdorf (Reuters) - Die Express-Sparte der Deutschen Post fürchtet nicht, dass große Online-Händler wie Amazon zum Konkurrenten werden könnten.

Amazon sei vielmehr ein wichtiger Kunde und Partner, sagte der Chef der Sparte, John Pearson, am Dienstag in Triosdorf bei Bonn. Seine Sparte biete zeitkritische und grenzüberschreitende eilige Sendungen (TDI) an, die Online-Riesen könnten dies nicht - auch wenn sie eigene Logistik-Netze aufbauten. "TDI ist anders", betonte Pearson. Der Online-Handel wachse zudem weiter schnell, seine Sparte werde hier weiter zulegen können.

Amazon hat zuletzt das eigene Logistik-Netz ausgebaut und auch Flugzeuge für eigene Lieferungen geleast. Die Post wächst rasch im Geschäft mit den Online-Händlern von Amazon bis Zalando. Doch arbeiten diese verstärkt an eigenen Zustellnetzen. Sie könnten damit für die Post vom Segen zum Fluch werden. Pearson zufolge ist die Post aber auch nicht von großen Kunden abhängig - vielmehr stelle der Konzern auch zunehmend Güter kleinerer Online-Händler zu. Rund 30 Prozent der Sendungsmenge bei Express soll im kommenden Jahr aus dem Geschäft von Online-Händlern mit den Verbrauchern stammen - 2013 waren es noch rund zwölf Prozent. 2019 wird Express rund 260 Millionen Sendungen befördern. Der US-Logistikriese FedEx hatte zuletzt entschieden, keine Express-Sendungen mehr für Amazon innerhalb der USA zu übernehmen.

Die Express-Sparte der Post befördert eilige Dokumente und Waren rund um den Globus. Sie beschäftigt rund 100.000 Mitarbeiter, im Konzern sind es insgesamt rund 550.000 Menschen. Die Sparte hatte in den ersten neun Monaten 2019 den Umsatz um 6,3 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro gesteigert - rund ein Viertel des Konzern-Umsatzes. Der operative Ertrag (Ebit) legte um drei Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu, das machte knapp die Hälfte des Konzern-Ertrags von 2,9 Milliarden Euro aus.

Im kommenden Jahr will die Post ihren operativen Ertrag dann deutlich auf insgesamt über fünf Milliarden Euro steigern. Auch auf Pearson kommt damit viel Arbeit zu, im laufenden Jahr peilt die Post ein Ebit von bis zu 4,3 Milliarden Euro an. Eine deutliche Steigerung soll her. Express werde seinen Beitrag zu dem Ziel im kommenden Jahr leisten, betonte Pearson - auch wenn das Klima für den Welthandel durch Handelskonflikte rauer geworden sei. Seine Sparte sei aber international breit aufgestellt und bediene zahlreiche Branchen. Damit könne sie regionale Schwächen ausgleichen. Dazu will Express auch rund eine Milliarde Euro im Jahr investieren, um die Qualität zu steigern und das Zustellnetz auszubauen. Am Dienstag nahm Express ein neues Logistikzentrum am Flughafen Köln Bonn in Betrieb. Rund 120 Millionen Euro investierte die Sparte in das Drehkreuz.

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