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Iran - Absturzermittlungen können ein bis zwei Jahre dauern

10.01.2020 um 10:57 Uhr

Dubai (Reuters) - Nach dem Absturz eines ukrainischen Passagierflugzeugs bei Teheran warnt der Iran vor vorschnellen Schlussfolgerungen.

Der Chef der Behörde für die zivile Luftfahrt, Ali Abedsadeh, äußerte sich skeptisch zu im Internet veröffentlichten Videos, die zeigen sollen, wie die Maschine von einer Rakete getroffen wird. Die Echtheit der Aufnahmen könne nicht verifiziert werden, sagte Abedsadeh am Freitag. Er forderte zugleich, bevor ein Fazit gezogen werde, sollten zunächst die Fakten analysiert werden. Von Politikern vorgelegte Informationen sollten mit Vorsicht aufgenommen werden, betonte Abedsadeh. Seinen Worten zufolge kann es insgesamt ein bis zwei Jahre dauern, bis die Ermittlungen zu dem Absturz abgeschlossen seien.

Seine Behörde hatte am Donnerstag selbst einen ersten Bericht vorgelegt, in dem von einem technischen Problem der Maschine und von einem "Unfall" die Rede war. Sicherheitskreisen zufolge waren auch westliche Geheimdienste zunächst von einer technischen Absturzursache ausgegangen. Später wurde dann zuerst in US-Regierungskreisen und dann vom kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau die Vermutung geäußert, die Boeing 737-800 von Ukrainian International Airlines auf dem Weg nach Kiew sei versehentlich von der iranischen Luftabwehr mit einer Rakete abgeschossen worden. Ein US-Regierungsvertreter verwies auf Daten heimischer Satelliten, Trudeau auf Geheimdienstinformationen verschiedener Herkunft. Die meisten der 176 ums Leben gekommenen Passagiere waren Iraner oder iranischstämmige Kanadier, die über die Ukraine nach Kanada weiterreisen wollten.

Das staatliche iranische Fernsehen zeigte Bilder, auf denen die Flugschreiber der Maschine zu sehen sein sollen. Abedsadeh sagte, der Iran wolle die Geräte nun auswerten, was ein oder zwei Monate dauern könnte. Nötigenfalls könne sein Land die Daten nach Russland, Kanada, Frankreich oder die Ukraine schicken, um Hilfe bei der Entschlüsselung zu erhalten. Frankreich ist insofern involviert, da die Triebwerke des Flugzeugs von einem französischen Hersteller stammen.

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