Reuters

Lufthansa und UFO streiten um Nebenjobs der Beschäftigten

10.01.2020
um 16:17 Uhr

Berlin (Reuters) - Eine Debatte um Nebenjobs bei der Lufthansa belastet die derzeit ohnehin schwierige Beziehung zwischen der Airline und Vertretern der Flugbegleitergewerkschaft UFO.

Seit Jahresbeginn müssten alle Konzern-Beschäftigten außer Top-Managern ihre Nebentätigkeiten melden und genehmigen lassen, erklärte die UFO am Freitag. Dazu zähle auch die Tätigkeit als "gewerkschaftlicher Funktionsträger". Ein solch starker Eingriff in die Grundrechte der Mitarbeiter könne nur über eine Betriebsvereinbarung geschehen, so UFO. Ein UFO-Sprecher kritisierte das Vorgehen und kündigte rechtliche Schritte dagegen an.

Der "Spiegel" hatte zuerst darüber berichtet. Der Hamburger Arbeitsrechtler Matthias Jacobs von der Bucerius Law School sagte dem Nachrichtenmagazin, ein Angestellter könne nicht verpflichtet werden, seine Gewerkschaftszugehörigkeit offenzulegen. Auch dürfe der Arbeitgeber ihm nicht verwehren, sich dafür zu engagieren. Lufthansa erklärte, die Richtlinie sei im Grunde nur eine Zusammenfassung bestehender Regelungen. Der Konzern schätze und fördere das Engagement der Mitarbeiter in der Wahrnehmung und Ausübung von Ehrenämtern, hieß es. Das müsse aber angemeldet werden, wenn Beschäftigte diesen Tätigkeiten in der Arbeitszeit nachgingen.

Im Tarifstreit zum Kabinenpersonal zwischen Lufthansa und UFO wollen beide Seiten am 16. Januar ihre Gespräche wieder aufnehmen. UFO hatte Ende Dezember zu einem dreitägigen Streik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings aufgerufen.

Deutsche Lufthansa AG

WKN 823212 ISIN DE0008232125