General Electric Company
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Siemens hält an umstrittenem Auftrag in Australien fest

13.01.2020 um 07:27 Uhr

München (Reuters) - Siemens hält trotz heftiger Kritik von Umweltverbänden und Umweltschützern an einem Signaltechnik-Auftrag für eine umstrittene Kohlemine in Australien fest.

"Wir müssen unsere vertraglichen Verpflichtungen erfüllen", schrieb Vorstandschef Joe Kaeser nach einer außerordentlichen Vorstandssitzung am Sonntagabend auf Twitter. "Wir dürfen kein Unternehmen sein, auf das sich die Kunden nicht verlassen können." Zudem würde die Mine auch ohne Siemens-Technik gebaut. Der Industriekonzern aus München liefert dem indischen Energiekonzern Adani damit wie bestellt Signaltechnik für die Bahnstrecke, auf der die Kohle aus der "Carmichael"-Mine über Hunderte Meilen zum Hafen transportiert werden soll.

Kaeser hatte sich am Freitag mit der Klima-Aktivistin Luisa Neubauer getroffen und danach erklärt, die Entscheidung für den Auftrag über das Wochenende noch einmal zu überdenken. "Wir sind weit davon weg, perfekt zu sein. Und wir hätten im Vorhinein klüger sein sollen, was dieses Projekt betrifft", schrieb Kaeser in einer ausführlichen Stellungnahme, die Siemens am Sonntag im Internet veröffentlichte. "Wenn das mein Unternehmen wäre, hätte ich womöglich anders gehandelt, obwohl klar ist, dass es nicht von der Installation unseres Signalsystems - das die bestehende Strecke sicherer macht - abhängt, ob die Kohlemine gebaut wird oder nicht." Schließlich hätten sich auch andere Firmen um den Auftrag beworben. Adani will die dort gewonnene Kohle nutzen, um Kraftwerke in Indien zu befeuern. Der Auftrag bringt Siemens 18 Millionen Euro.

Die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" hatte Siemens aufgefordert, den Auftrag zu stornieren. Auch die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg appellierte am Wochenende an Siemens, "die einzig richtige Entscheidung zu treffen". Die seit Wochen tobenden Buschbrände in Australien hatten die Debatte um die Kohlemine verschärft. Die Feuer werden auch auf die globale Erwärmung zurückgeführt, für die der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) mitverantwortlich gemacht wird. Kohlekraftwerke gelten deshalb als besonders umweltschädlich.

KAESER WILL VETORECHT GEGEN UMWELTSÜNDEN

Als Konsequenz aus dem Sturm der Entrüstung will Siemens künftig größeres Augenmerk auf die Folgen seines Tuns für die Umwelt legen. Der existierende Nachhaltigkeits-Ausschuss des Konzerns soll dazu ein Vetorecht gegen die Beteiligung von Siemens an Projekten wie dem in Australien bekommen. Erstmals sollen auch externe Mitglieder in das Gremium einziehen. Kaeser hatte Neubauer am Freitag einen Posten im Aufsichtsrat der Energie-Sparte von Siemens oder einem anderen Gremium angeboten - doch die Aktivistin lehnte ab: "Ich wäre in dieser Position nicht mehr in der Lage, Siemens unabhängig zu kommentieren."

Kaeser verwies in seiner Stellungnahme darauf, dass nicht nur die australischen Wähler und die Regierung, sondern auch die höchsten Gerichte des Landes und die indigenen Völker in der Region das Carmichael-Projekt befürwortet hätten. Der Siemens-Chef zitierte aus einem Brief des zuständigen Ministers Matthew Canavan: "Sich dem Druck der Anti-Adani-Protestierer zu beugen, wäre eine Beleidigung für die arbeitenden Bürger Australiens und für die wachsenden Bedürfnisse Indiens."

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