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ANALYSE-Niederlande passen nicht in Telekom-Strategie

22.10.2015 um 10:11 Uhr

- von Peter Maushagen

Frankfurt (Reuters) - Entweder alles oder nichts: Die Deutsche Telekom will sich Insidern zufolge aus den Niederlanden zurückziehen, weil sie keine Aussicht hat, die Tochter fit für die Zukunft zu machen.

Das Geschäft von morgen, Mobilfunkverträge und Internet-Anschlüsse aus einer Hand anzubieten, ist dort nicht realisierbar. Stattdessen bietet der Bonner Konzern in dem Nachbarnland nur Mobilfunk an, leidet unter einem Kundenexodus und ist mit Abstand kleinster Anbieter.

T-Mobile Niederlande sei margenschwach und im Gesamtkonzern zu klein, um einen Ausbau des Geschäfts zu rechtfertigen, sagt Telekom-Analystin Heike Pauls von der Commerzbank. Auf Basis der letzten verfügbaren Jahreszahlen und vergleichbarer Transaktion in der Branche hofft die Telekom einen Preis von rund fünf Milliarden Euro. Die Telekom könnte die Einnahmen aus einem eventuellen Verkauf nutzen und ihre Schulden in Höhe von 49 Milliarden Euro abbauen. Zudem stehe 2016 eine milliardenteure Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen in Amerika bevor, an der die Telekom-Tochter T-Mobile US teilnehmen werde, sagt Pauls.

Europas größter Mobilfunkkonzern hat sich seit einigen Jahren der Strategie verschrieben, Mobilfunk und Festnetz zusammenzuführen. In Osteuropa ist den Bonnern das in den meisten Ländern durch Zukäufe gelungen. Lediglich in Polen fehlt eine relevante Festnetz-Sparte. Der Markt wird nach Aussagen eines Konzern-Insiders aber wegen seiner Größe als strategisch relevant angesehen. Zweiter Wackelkandidat ist der Mobilfunkableger in Österreich. Doch auch dort werde sich die Telekom nicht zurückziehen, da in dem Land Datenübertragungen per Funk wichtiger seien als die über das Festnetz, sagt der Telekom-Kenner.

VORBILD GROSSBRITANNIEN

Die Telekom ist seit der Jahrtausendewende in den Niederlanden vertreten. Im Mobilfunk ist der Wettbewerb durch die Platzhirsche KPN und Vodafone in den vergangenen Jahren härter geworden. 2014 liefen über eine halbe Million Telekom-Kunden zur Konkurrenz über. Mit 3,9 Millionen Handynutzern rangieren die Deutschen dort auf dem dritten Rang unter den Mobilfunkern. Der Abwärtstrend hielt im ersten Halbjahr an, der Betriebsgewinn brach um 14 Prozent ein. Da die Bewertung des Geschäftes auf dieser Kennzahl basiert, steht die Telekom unter Zeitdruck: Je länger die Bonner warten, desto weniger werden sie für die niederländische Tochter erlösen.

Um auf einen angepeilten Preis von fünf Milliarden Euro zu kommen, rechnet die Telekom wie folgt: Beim Verkauf ihres 50-Prozent-Anteils des britischen Mobilfunkkonzerns EE erlöste die Telekom ein Achtfaches des Betriebsgewinns des Unternehmens. Voriges Jahr verdiente T-Mobile Niederlande operativ 630 Millionen Euro. Nun hofft die Telekom darauf, auch hier den gleichen Faktor anlegen zu können. Allerdings ist EE Marktführer - T-Mobile in den Niederlanden nicht.

Aussichtsreichster Bieter ist nach Aussagen von Experten der Konzern Liberty Global, der in den Niederlanden ein Kabelnetz betreibt, im Mobilfunk aber nicht vertreten ist. "Liberty könnte mit T-Mobile NL sein Angebot komplettieren und Internet, Telefon, Fernsehen und dann auch Mobilfunk zusammen anbieten", sagt Telekom-Analyst Wolfgang Donie von der Nord LB. Auch die Telekom konzentriere sich auf integrierte Märkte. "Deshalb würde eine Transaktion dieser Art in die Strategie beider Unternehmen passen."

Nach Aussagen eines Unternehmens-Insiders spielt die Telekom noch andere Möglichkeiten für den Niederlande-Ableger durch. Möglich wäre auch eine Partnerschaft, eine Fusion oder der Tausch des Geschäfts gegen eine Minderheitsbeteiligung an ein anderes Unternehmen, sagte der Insider. Vorbild ist auch hier der EE-Verkauf: Dort erhielten die Bonner als Kaufpreis größtenteils Aktien am Käufer British Telecom.

Die Telekom wollte sich zum möglichen Verkauf der niederländischen Tochter nicht äußern.

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