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EWE will mit Investor Ardian Schlagkraft erhöhen

23.01.2020 um 08:07 Uhr

- von Tom Käckenhoff und Christoph Steitz und Vera Eckert

Berlin (Reuters) - Der norddeutsche Energiekonzern EWE will nach dem Einstieg des französischen Finanzinvestors Ardian sein Wachstum mit einer stärkeren finanziellen Schlagkraft vorantreiben.

"Ardian unterstützt voll und ganz unsere 2018 festgelegte Konzerntrategie", sagte EWE-Chef Stefan Dohler in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir wollen in grüne Energien, in Digitalisierung, Glasfaserausbau, Mobilität und Energiedienstleistungen investieren." Neben organischem Wachstum seien auch Zukäufe möglich. "Ardian stellt neben der Investition zum Erwerb des 26-Prozent-Anteils nochmal bis zu 500 Millionen Euro für Wachstumsthemen zur Verfügung."

EWE war im vergangenen Jahr auf der Suche nach einem neuen Ankeraktionär fündig geworden. Der Oldenburger Versorger hat ein Paket von 26 Prozent an die Franzosen verkauft. Insider haben den Preis auf 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro beziffert. Es gebe keine Pläne, weitere Anteile an Ardian verkaufen, sagte Dohler. "EWE bleibt ein kommunal dominiertes Unternehmen." Ardian werde mit zwei Vertretern in den Aufsichtrat einziehen. Vor Ardian hatte der Karlsruher Versorger EnBW 26 Prozent an EWE gehalten. Die Norddeutschen müssen in den kommenden Jahren Milliardeninvestitionen stemmen. So wollen sie in einem Gemeinschaftsunternehmen mit der Deutschen Telekom den Ausbau des Glasfasernetzes vorantreiben.

"KOHLEAUSSTIEG MUSS SCHNELLER KOMMEN" - EWE GEHT VORAN

Ein Auge hatte der Konzern auch auf das von E.ON im Zuge der Innogy-Übernahme zum Verkauf gestellte Geschäft mit Heizkunden und der E-Ladeinfrastruktur geworfen. "Beides ist für uns nicht attraktiv, so dass wir das derzeit nicht weiter verfolgen." Dohler hatte die Auflagen der Kartellbehörden für den Mega-Deal zwischen E.ON und RWE als unzureichend kritisiert und vor einer zu großen Marktmacht von E.ON gewarnt.

Kritisch sieht der Manager, der seit zwei Jahren den Versorger führt, auch die Beschlüsse zum Kohleausstieg.

"Wir meinen, dass ein Ausstieg bis 2030 möglich wäre. Wir werden genau beobachten, ob eine Überprüfung zu einem schnelleren Ausstieg führen wird." Die Politik dürfe sich jetzt nicht zurücklehnen. EWE will selbst Tempo machen. "Wir wollen unsere beiden Kohleblöcke in Bremen nicht wie geplant erst 2030 ablösen. Wir werden in diesem Jahr den ersten Block in die Reserve nehmen und voraussichtlich in zwei Jahren den zweiten und sind damit deutlich schneller." Der Konzern werde dadurch

gegenüber 2005 den CO2-Ausstoß in seiner Stromerzeugung um etwa 80 Prozent senken. EWE gehört mit einem Umsatz von zuletzt knapp sechs Milliarden Euro und über 8000 Mitarbeitern zu den größten Energiekonzernen Deutschlands.

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