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Aufzug-Hersteller Schindler warnt vor Coronavirus-Einbussen

14.02.2020 um 14:22 Uhr

Zürich (Reuters) - Das Coronavirus könnte den Schweizer Aufzughersteller Schindler hunderte Millionen Franken an Umsatz kosten.

"Es ist noch zu früh, um alle Auswirkungen auf unsere Finanzergebnisse zu quantifizieren, da sie vom Zeitpunkt abhängen, an dem China wieder zur Normalität zurückkehrt", sagte Konzernchef Thomas Oetterli am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz. Im Ergebnis für das erste Quartal und das Halbjahres dürften jedoch deutliche Bremsspuren sichtbar werden. "Im Gesamtjahr sind Umsatz-Einbußen von mehreren hundert Millionen möglich, was sich direkt auf das absolute Betriebsergebnis und die Rentabilität auswirkt", warnte er.

China ist der weltweit größte Markt für Aufzüge und Rolltreppen. Mehr als jeder zweite neue Aufzug weltweit wird in dem Land installiert. Analysten zufolge entfallen 13 Prozent des Schindler-Konzernumsatzes auf diesen Markt. Insgesamt erwirtschaftete das Familienunternehmen 2019 ein Umsatzplus 5,6 Prozent auf 11,27 Milliarden Franken. Der Gewinn sank unter anderem wegen höheren Material- und Lohnkosten dagegen um 7,8 Prozent auf 929 Millionen Franken. Trotz der Auswirkungen des Coronavirus stellte Schindler für 2020 ein Wachstum in Lokalwährungen zwischen null und fünf Prozent in Aussicht. An der Börse sanken die Aktien um 2,5 Prozent.

Angesichts der im laufenden Jahr erwarteten Ausgliederung der Aufzugsparten von Thyssenkrupp und des zum US-Mischkonzern UTC gehörenden Weltmarkführers Otis stehe eine Umwälzung im gesamten Markt an, erklärte ZKB-Analyst Martin Hüsler. "Je nach gewählter Option könnten sich die Marktkräfte im globalen Aufzugsgeschäft deutlich verändern." Gegenwärtig ist die UTC-Tochter Otis die Nummer eins, gefolgt von Schindler, der finnischen Kone und Thyssenkrupp Elevator. Der deutsche Konzern halte sich sowohl einen Verkauf als auch einen Börsengang offen, sagte Finanzchef Johannes Dietsch am Donnerstag. Der Konzern werde kurzfristig über weitere Schritte entscheiden.

Nimmt Thyssenkrupp die rund 17 Milliarden Euro schwere Offerte der Finnen an, muss der Konzern mit Kartellklagen rechnen. "Wir gehen davon aus, dass weitere Wettbewerber Klagen einreichen würden, weil ein Zusammenschluss von Kone mit Thyssenkrupp Elevator zu groß wäre", sagte Schindler-Verwaltungsrat Alfred Schindler zur Nachrichtenagentur Reuters. "Da können wir kein Auge zudrücken."

Konzernchef Oetterli legte am Freitag nach. Er warnte vor jahrelangem Chaos, Stellenabbau, Preiskriegen und Rechtsstreitigkeiten in Europa, den USA, Kanada, China und Australien. "Eine solche Fusion würde zu einem massiv verschärften Wettbewerb und enormen Preisdruck führen, der sich über Jahre hinziehen könnte", sagte er. "Wir bei Schindler wollen ein solches Szenario weder auslösen noch daran teilnehmen."

Im Rennen um ThyssenKrupp sind neben Kone Insidern zufolge auch ein Konsortium um den Vermögensverwalter Blackstone und ein Konsortium aus den Finanzinvestoren Advent, Cinven und der Abu Dhabi Investment Authority, das von der Essener RAG-Stiftung unterstützt wird. Dazu kommt der kanadische Investor Brookfield, der sich mit Temasek aus Singapur verbündet hat.

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