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Coronavirus und Handelskonflikte trüben Ausblick von BASF

28.02.2020 um 13:42 Uhr

- von Patricia Weiss

Ludwigshafen (Reuters) - Eine schwache Autoindustrie, Handelskonflikte und nun auch noch das Coronavirus: Der Chemiekonzern BASF steht 2020 vor groß Herausforderungen und hält einen weiteren Ergebnisrückgang für möglich.

"In diesem Jahr erleben wir bereits in den ersten beiden Monaten eine hohe Unsicherheit in der Weltwirtschaft. Mit dem Coronavirus ist ein neuer Faktor hinzugekommen, der das Wachstum am Jahresanfang vor allem in China erheblich belastet", sagte Vorstandschef Martin Brudermüller anlässlich der Jahresbilanz am Freitag in Ludwigshafen. "Nicht nur in China, sondern weltweit werden wir Auswirkungen sehen durch unterbrochene Lieferketten, die zu Produktionsausfällen führen werden." Neben dem Coronavirus belasten wie schon im vergangenen Jahr die Konflikte zwischen den USA und ihren Handelspartnern - sie dürften sich nach Einschätzung Brudermüllers nicht weiter entspannen. Für die weltweite Chemieproduktion rechnet er daher mit dem niedrigsten Wachstum seit der Finanzkrise.

Die Produktion in der Autoindustrie, der wichtigsten Kundengruppe von BASF, dürfte nach Ansicht von Brudermüller weiter zurückgehen. Entsprechend unsicher ist der Ausblick für das Ergebnis, das 2020 steigen, aber auch fallen könnte. BASF geht von einem bereinigten operativen Gewinn (Ebit) zwischen 4,2 und 4,8 Milliarden Euro aus. Im vergangenen Jahr war dieser um 28 Prozent auf 4,5 Milliarden eingebrochen. Der Umsatz soll auf 60 bis 63 Milliarden Euro steigen, nachdem er 2019 um zwei Prozent auf 59,3 Milliarden gefallen war. Dabei sollen auch Preisanhebungen helfen. Die Chemiebranche und mit ihr auch Branchenprimus BASF gilt als wichtiger Konjunkturindikator, da ihre Produkte praktisch in allen großen Industriezweigen benötigt werden.

BRUDERMÜLLER WARNT VOR WELTWEITEN FOLGEN DES CORONAVIRUS

Brudermüller geht davon aus, dass sich die negativen Effekte des Coronavirus vor allem im ersten und zweiten Quartal deutlich auswirken werden. Die Folgen könne BASF im Jahresverlauf wohl nicht vollständig ausgleichen. Der Transport von Produkten in China sei gegenwärtig sehr schwierig, räumte der Manager ein. Der Betrieb von BASF in der Volksrepublik laufe zwar seit dem 17. Februar wieder in den wesentlichen Anlagen, aber noch nicht mit voller Kapazität. In Deutschland sei der Konzern für eine weitere Ausbreitung des Virus gut gerüstet. BASF habe einen Pandemieplan, der medizinische, hygienische und organisatorische Maßnahmen umfasst. Man dürfe nicht in Panik verfallen.

China bleibe trotz der aktuellen Herausforderungen wegen des Coronavirus ein bedeutender Markt für BASF, betonte Brudermüller. Das Virus habe kurz- und mittelfristig Auswirkungen, ändere aber nichts an den langfristigen Plänen für das Land. Die Volksrepublik ist der größte Chemiemarkt der Welt. In der Provinz Guangdong befindet sich ein zweiter Verbundstandort im Bau, der etwa so groß wie der Standort Ludwigshafen werden soll. BASF investiert dafür bis 2030 rund zehn Milliarden Dollar.

AGRARGESCHÄFT GIBT BASF ZUM JAHRESENDE SCHUB

Gut lief es für den Chemieriesen zuletzt vor allem in der Agrarsparte, die der Konzern durch die Übernahme von Geschäften von Bayer ausgebaut hat. Sie konnte ihr Ergebnis mehr als vervierfachen und steuerte im vierten Quartal den größten Ergebnisanteil bei. BASF erzielte dadurch zum Jahresende einen überraschend hohen Ergebnisanstieg von gut 23 Prozent auf 765 Millionen Euro. Der Umsatz sank indes wegen niedriger Preise und eines rückläufigen Absatzes um zwei Prozent auf 14,686 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen eine um zehn Cent höhere Dividende von 3,30 Euro je Aktie erhalten.

Sein Sparprogramm hat der Konzern unterdessen beschleunigt und erwartet dadurch 2020 einen Beitrag zum Betriebsgewinn (Ebitda) von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro statt wie bislang von 1,0 bis 1,3 Milliarden. Der bis Ende 2021 angekündigte Abbau von weltweit 6000 Stellen soll schon Ende dieses Jahres erreicht werden.

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