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Münchener Rück macht sich mehr Sorgen um Kapitalanlagen

18.03.2020 um 13:17 Uhr

München (Reuters) - Die Münchener Rück macht sich wegen der Coronavirus-Pandemie Sorgen um ihre Kapitalanlagen.

Derzeit hielten sich die Ergebnisauswirkungen des Abwärtstrends an den Aktienmärkten in Grenzen, weil man sich dagegen abgesichert habe, erklärte der weltgrößte Rückversicherer am Mittwoch im Geschäftsbericht. Er hatte zu Marktpreisen Ende 2019 mehr als 247 Milliarden Euro an den Finanzmärkten investiert und peilt darauf 2020 eine Rendite von drei Prozent an. Wenn es zu schwerwiegenderen Verwerfungen an den Kapitalmärkten komme, müsse mit größeren Folgen für das Ergebnis gerechnet werden, hieß es in dem Bericht. Die Münchener Rück gehe aber nicht davon aus, dass der Virusausbruch zu einer weltweiten Rezession führe.

Auch im eigentlichen Rückversicherungsgeschäft steigen die Risiken für den Konzern: "Je stärker sich die Viruswelle ausweitet, desto stärker könnte auch Munich Re betroffen sein", heißt es im Geschäftsbericht. In der Schaden- und Unfall-Sparte drohe ein mittlerer bis hoher dreistelliger Millionenschaden, vor allem weil die Münchener Rück Großveranstaltungen versichert hat, die auszufallen drohen. Bisher war nur von einem mittleren dreistelligen Millionen-Risiko die Rede gewesen. Allein bei den Olympischen Spielen in Tokio, über deren Verschiebung wegen der Pandemie seit Wochen diskutiert wird, steht ein dreistelliger Millionenbetrag für sie im Feuer. In den meisten Policen gegen Betriebsunterbrechungen sind Unternehmen dagegen nicht gegen die Folgen von Pandemien abgesichert.

Bei Lebens- und Kranken-Versicherungen könnte die Pandemie den Weltmarktführer in der Rückversicherung im schlimmsten Fall 1,4 Milliarden Euro kosten, wie die Münchener Rück bekräftigte. Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek hatte zuletzt gesagt, diese Summe ergäbe sich erst bei weltweit hunderttausenden Toten. Bisher sind weltweit knapp 8000 Menschen an dem Virus gestorben.

Die Münchener Rück peilt für das laufende Jahr einen Gewinn von netto 2,8 Milliarden Euro an. 2019 hatte sie ihr Ziel mit 2,7 Milliarden Euro um 200 Millionen übertroffen. Das hat sich auch für den Vorstand um Joachim Wenning ausgezahlt. Dank eines deutlich höheren Bonus steigt seine Gesamtvergütung auf 5,98 (2018: 4,81) Millionen Euro. Am nächsten kommt ihm der Chef der Erstversicherungs-Tochter Ergo, Markus Rieß, der im Laufe des Jahres in den Konzernvorstand aufgerückt war. Ihm flossen von Ergo und der Münchener Rück zusammen 5,19 (5,23) Millionen Euro zu.

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