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Leoni will hunderte Millionen an Staatsbürgschaften

30.03.2020 um 14:37 Uhr

München (Reuters) - Der angeschlagene Autozulieferer Leoni will sich in der Coronakrise mit einer Staatsgarantie über mehrere hundert Millionen Euro vor dem Zusammenbruch retten.

"Wir beantragen staatliche Finanzhilfen, um den Fortbestand von Leoni zu sichern", sagte Vorstandschef Aldo Kamper am Montag. Der Nürnberger Spezialist für Kabel und Bordnetze will mit einem Bankdarlehen seine knappe Kasse aufbessern und dafür eine Staatsbürgschaft beantragen, wie Finanzvorständin Ingrid Jägering erläuterte. Die Hausbanken, die einen Teil des Ausfallrisikos selbst tragen müssten, hätten sich bereits wohlwollend über den Plan geäußert.

Leoni ist wegen hausgemachter Probleme seit Längerem ein Sanierungsfall und ringt nun wegen der Produktionsstopps mehrerer Kunden wie Volkswagen und BMW erneut ums Überleben. Der Konzern kündigte vor einer Woche an, sich um Staatshilfe zu bemühen, die Produktion in mehreren Werken in Europa, Nordafrika und Amerika zu stoppen und in Deutschland Kurzarbeit zu beantragen. Diese werde rund 50 bis 80 Prozent der 4700 Mitarbeiter in Deutschland betreffen, sagte Kamper nun. Das entspricht einer Größenordnung von mehr als 2000 bis nahezu 4000 Beschäftigten.

Während Leoni wegen der Produktionsstopps der Kunden Aufträge nicht abrechnen kann, laufen die eigenen Kosten weiter. Diese Lücke solle mit dem Darlehen gedeckt werden, sagte Finanzchefin Jägering. "Das sind also einige hundert Millionen Euro." Das Unternehmen wolle ein Bürgschaftsprogramm in Aspruch nehmen, bei dem der Bund und das Land Bayern zusammen 90 Prozent des Ausfallrisikos übernehmen. Bereits während der Sanierung des Unternehmens in den vergangenen Monaten habe es eine "sehr, sehr positive, konstruktive Zusammenarbeit" der Banken mit Leoni gegeben, die jetzt fortgesetzt werde.

Dass Leoni erst Mitte März aus einer Existenzkrise gerettet worden war, sieht Kamper bei seinem erneuten Hilferuf sogar als Vorteil: Das Sanierungsgutachten, auf dem die Rettung basierte, bescheinige dem Unternehmen, dass es grundsätzlich gesund sei und eine Perspektive habe. "Das ist eine wichtige Voraussetzung, glaube ich, um Staatshilfe in Anspruch nehmen zu können", sagte Kamper. Leoni hatte den Niederländer vor anderthalb Jahren an Bord geholt, um nach einer fehlgeschlagenen Expansion wieder in die Spur zu kommen.

Die Autohersteller will Leoni vorerst nicht um Geld bitten. "Es ist zunächst mal wichtig, dass wir uns über den erneuten Hochlauf unterhalten", sagte Kamper. "Wie wir dann nachher mit den Kosten umgehen, das werden wir dann miteinander diskutieren, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist." Zuversichtlich stimme ihn die Zusammenarbeit mit den Kunden beim Wiederanlauf der Produktion in China, wo viele Fabriken ebenfalls wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen wurden.

Der im vergangenen Jahr angekündigte Verkauf der Kabelsparte liegt vorerst auf Eis. Eine neuer Anlauf hänge davon ab, wann der Markt wieder aufnahmefähig sei, sagte Kamper. Er bekräftigte, der Schritt diene auch jetzt nicht zur Gewinnung von Liquidität, sondern habe strategische Gründe. Leoni hatte htte die Abspaltung damit begründet, dass sich der Konzern ganz auf das Bordnetzgeschäft konzentrieren wolle.

Probleme in beiden Sparten trieben Leoni im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen, wie Leoni bereits im Februar mitgeteilt hatte. Bei einem Umsatzrückgang um sechs Prozent auf 4,8 Milliarden Euro schrieb der Konzern operativ 384 Millionen Euro Verlust. Ein Jahr zuvor stand vor Zinsen und Steuern noch ein Betriebsgewinn (Ebit) von 144 Millionen Euro.

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