Reuters

Lufthansa benennt vorerst keinen neuen Finanzvorstand

08.04.2020 um 18:57 Uhr

Frankfurt (Reuters) - Nach dem vorzeitigen Ausscheiden von Finanzvorstand Ulrik Svensson beruft die Lufthansa zunächst keinen Nachfolger in der Konzernleitung.

"Im Aufsichtsrat sind wir heute zu dem Schluss gekommen, dass dieser Moment nicht der richtige ist, einen neuen Finanzvorstand zu berufen", erklärte Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz des Kontrollgremiums. Der Vorstand wird damit ab Mitte April auf sechs Posten verkleinert. Svenssons Aufgaben werden auf mehrere Ressorts verteilt. Der Schwede hatte in dieser Woche sein Mandat mit Verweis auf gesundheitliche Gründe niedergelegt.

Die neue Teamlösung für das Finanzressort sei die richtige Struktur, um die notwendigen Weichenstellungen zur Bewältigung der Corona-Krise vorzunehmen, erklärte Kley weiter. Es wird unter IT-Vorstand Thorsten Dirks, Personalchef Michael Niggemann und der für Kundenmanagement zuständigen Christina Foerster aufgeteilt. Diese übernimmt außerdem einen Teil der Personalverantwortung von Niggemann.

Unter Dirks soll sich der bisherige Lufthansa-Standortchef in München, Wilken Bormann, um Rechnungswesen, Bilanzen, Finanzierung und Steuern kümmern. Für Controlling bleibe in dieser Abteilung Jörg Beißel zuständig. Bei Niggemann wird unter der Leitung von William Willms das Gebiet Fusionen und Übernahmen angesiedelt. Der Einkauf wandert zu Vorständin Foerster. Verantwortung im Krisenmanagement soll der operative Airline-Manager Detlef Kayser übernehmen

Vorstandschef Carsten Spohr wird mit Investor Relations die Kontaktpflege mit den Anlegern führen. "In diesen schwierigen Zeiten einer nie dagewesenen Krisensituation bestimmt das operative und das strukturelle Krisenmanagement unsere Vorstandsarbeit mehr als alles andere", erklärte Spohr. "Wir stemmen die zusätzliche Aufgabe damit im Team."

Die Lufthansa hat den Passagierflugverkehr wegen der Reisebeschränkungen in der Corona-Krise fast vollständig eingestellt. Der große Teil der rund 138.000 Beschäftigten ist in Kurzarbeit. Am Dienstag kündigte sie eine deutliche, dauerhafte Verkleinerung der 760 Flugzeuge großen Flotte an. Zudem arbeitet der Dax-Konzern an einem umfangreichen Finanzierungsplan einschließlich staatlicher Hilfe, um die schwerste Krise der Luftfahrt der Nachkriegszeit überstehen zu können.

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