JPMorgan Chase & Co.
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Corona-Krise brockt US-Banken Gewinneinbruch ein

15.04.2020 um 15:37 Uhr

New York (Reuters) - Die Corona-Krise frisst sich in die Bilanzen der US-Banken. Wegen des wirtschaftlichen Stillstands, der stark gefallenen Ölpreise und der Millionen an Arbeitslosen wappnen sie sich für hohe Kreditausfälle.

Bank of America, Citi und Goldman Sachs folgten am Mittwoch dem Beispiel von JP Morgan und Wells Fargo und stellten Milliarden für faule Kredite zurück. Deshalb brachen die Gewinne der Großbanken ein, die Aktien gingen im vorbörslichen Handel auf Tauchstation.

"Unser Ergebnis für das erste Quartal wurde durch die Covid-19-Pandemie erheblich beeinträchtigt", fasste Citigroup-Chef Michael Corbat die Lage zusammen. Das Institut stockte die Rückstellungen für faule Kredite um fast fünf Milliarden Dollar auf. Der Gewinn fiel um 46 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Ähnlich ist das Bild bei der Bank of America, deren Gewinn um 49 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar sank. Das Institut schraubte die Rückstellungen für ausfallgefährdete Darlehen um 3,6 Milliarden Dollar auf 4,8 Milliarden Dollar in die Höhe. Bei Goldman Sachs brach der Gewinn ebenfalls um 49 Prozent ein auf 1,12 Milliarden Dollar. Die Rückstellungen für faule Kredite vervierfachten sich per Ende März auf 937 Millionen Dollar von 224 Millionen ein Jahr zuvor.

Jahrelang waren die großen Wall-Street-Banken dank der Steuersenkung von US-Präsident Donald Trump und der höheren Zinsen in den USA von einem Rekordquartal zum nächsten geeilt. Den Abstand auf die europäischen Wettbewerber bauten sie immer weiter aus. Ein Großteil der Gewinne floss als Aktienrückkäufe und Dividendenausschüttungen an die Aktionäre. Anders als die europäischen Rivalen, die auf Druck der Aufseher ihre Dividenden ausgesetzt haben, haben die US-Institute bislang nur ihre Aktienrückkäufe gestoppt. Goldman Sachs warnte jedoch, dass die Ausschüttungen im Zuge der Corona-Krise sinken könnten.

AMERIKANER ZÜCKEN IMMER SELTENER DIE KREDITKARTE

Die Gewinne von Citigroup, Bank of America und Goldman Sachs sanken weniger stark als die des Marktführers JP Morgan, der am Dienstag über einen Ergebnisrückgang von gut zwei Dritteln berichtet hatte. Bei Wells Fargo war der Gewinn um fast 90 Prozent eingebrochen. Wells Fargo leidet unter dem Folgen des Phantomkontenskandals. Jahrelang hatten Mitarbeiter der Bank aus San Francisco Scheinkonten für Kunden ohne deren Wissen angelegt, um Vertriebsziele zu erfüllen.

Zu schaffen macht den Banken im Abschwung das Geschäft mit Konsumkrediten und Kreditkarten, das sie in Boomzeiten ausgebaut haben. Doch nun droht die Quittung, denn hier dürften die Folgen der steigenden Arbeitslosigkeit am schnellsten durchschlagen. Ende März seien die Kartenzahlungen um fast 30 Prozent eingebrochen, berichtete Citigroup-Finanzchef Mark Mason. Citi ist der drittgrößte Kreditkartenanbieter in den USA, hinter American Express und Marktführer JP Morgan.

Einziger Lichtblick für die Wall-Street-Häuser war der Handel mit Wertpapieren, der wegen der massiven Verwerfungen an den Börsen florierte. Dank dieser Einnahmen und positiver Bewertungseffekte konnte die Citigroup gegen den Trend die Konzernerträge im ersten Quartal um zwölf Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar steigern. Bei der Bank of America und Goldman Sachs gingen die Konzernerträge dagegen jeweils um ein Prozent auf 22,8 Milliarden beziehungsweise 8,7 Milliarden Dollar zurück. Bei der Citigroup stiegen die Erträge im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen (FICC) um 39 Prozent in die Höhe, bei Goldman Sachs um 33 Prozent und bei der Bank of America um 13 Prozent. Im Aktienhandel konnten die Citigroup und die Bank of America die Einnahmen jeweils um 39 Prozent steigern, bei Goldman Sachs betrug der Zuwachs 22 Prozent.

Die Deutsche Bank, die ihre Quartalsbilanz am 29. April vorlegen will, kann von dem florierenden Aktienhandel nicht mehr profitieren. Sie war im Zuge ihres Konzernumbaus, dem 18.000 Jobs zum Opfer fallen, aus dem Geschäft ausgestiegen. Von der Bank selbst befragte Analysten erwarten bei Deutschlands größtem Geldhaus im ersten Quartal im Schnitt einen Verlust von gut 400 Millionen Euro, wobei die Schätzungen stark schwanken.

JPMorgan Chase & Co. Chart
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