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Corona durchkreuzt Contis Börsenpläne für Tochter Vitesco

30.04.2020 um 15:02 Uhr

Hamburg/München (Reuters) - Der Autozulieferer Continental schiebt den Börsengang seiner Antriebssparte Vitesco auf die lange Bank.

In diesem Jahr solle die Abspaltung der Regensburger Tochter jedenfalls nicht mehr vollzogen werden, teilte Conti am Donnerstag mit. Als Grund nannte der Konzern die Coronakrise, die die gesamte Autobranche in Mitleidenschaft gezogen hat. Die Abspaltung solle nachgeholt werden, "sobald sich das Marktumfeld dafür spürbar verbessert und gefestigt hat und sich damit als berechenbarer erweist als zuletzt", kündigte Vorstandschef Elmar Degenhart an. Vitesco-Chef Andreas Wolf hofft auf einen Termin im kommenden Jahr.

Noch vor wenigen Wochen hatte der Konzern die Börsenpläne bekräftigt, die auf der Hauptversammlung im Juli von den Aktionären abgesegnet werden sollten. Der Beschluss soll nun verschoben werden. Im Herbst hatte sich der Autozulieferer dafür entschieden, die Anteile an Vitesco an die Aktionäre zu verschenken und damit auf alle Einnahmen aus dem Börsengang zu verzichten. Damit hatte er gehofft, sich von Marktschwankungen unabhängig zu machen, weil für die Aktien keine neuen Käufer gefunden werden müssen.

Degenhart hält an den Abspaltungsplänen grundsätzlich fest. Die Abtrennung von Vitesco sei zweifelsfrei der richtige Weg. "Die Auswirkungen der Coronavirus-Krise haben zwar den Markt vorübergehend angehalten, aber die Grundlagen künftigen Marktwachstums nicht verändert", sagte der Continental-Chef. Der Conti-Betriebsrat nannte die Verschiebung vernünftig: Eine Umsetzung in der aktuellen Situation um jeden Preis hätte beide Unternehmen überfordert, gab sich Betriebsratschef Hasan Allak erleichtert.

Vitesco soll als eigenständiges Unternehmen den Sprung in die Ära der Elektromobilität schaffen und auf dem Weg dorthin andere konventionelle Getriebehersteller mitnehmen. Durch die Verschiebung spare sich Conti Kosten und Investitionen, die im Zuge der Abspaltung fällig würden.

In einem ähnlichen Fall hatte bei Siemens ein Streit um die Aufteilung der Kosten nach der Abspaltung die Konzernführung und das Management der Kraftwerkssparte Siemens Energy so weit entzweit, dass der frischgebackene Energy-Chef Michael Sen das Handtuch warf. Siemens Energy soll im September abgespalten und an die Börse gebracht werden, die Aktionäre von Siemens sollen am 9. Juli darüber entscheiden. Daran habe sich nichts geändert, sagte ein Siemens-Sprecher auf Anfrage. BASF nimmt dagegen Abstand von dem Plan, den Öl- und GasKonzern Wintershall Dea im zweiten Halbjahr an die Börse bringen. Finanzchef Hans-Ulrich Engel sagte am Donnerstag, in diesem Umfeld werde die Emission "mit Sicherheit nicht" stattfinden.

VITESCO-CHEF: DIE MOTIVATION IST DA

Die Frage, ob Continental selbst in der Krise zusätzliche Kredite brauche, wollte ein Sprecher nicht beantworten. Er verwies auf die dicken Finanzpolster: 2,5 Milliarden Euro an flüssigen Mitteln und 4,3 Milliarden Euro an fest zugesagten, bisher ungenutzten Kreditlinien. Vor vier Wochen hatte Degenhart erklärt, Conti brauche keine Staatshilfen, um durch die Krise zu kommen.

Vitesco-Chef Wolf sagte, der Getriebehersteller wolle bis Ende des Jahres die Voraussetzungen geschaffen haben, um dann bei einem günstigen Marktumfeld schnell startbereit für einen Börsengang zu sein. "Die Covic-19-Pandemie trübt vorübergehend die Marktaussichten, nicht jedoch unsere hohe Motivation für die Eigenständigkeit."

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