Reuters

Bundesregierung treibt Pläne für Wasserstoffstrategie voran

04.06.2020
um 11:22 Uhr

Düsseldorf (Reuters) - Die Bundesregierung treibt mit Milliardeninvestitionen die Pläne für eine Wasserstoffstrategie voran und will auch den Aufbau von Produktionskapazitäten des klimaschonenden Brennstoffs im Ausland ausloten.

In dem am Mittwochabend vorgestellten Konjunkturpaket wird der Finanzbedarf hierfür auf neun Milliarden Euro beziffert. "Die Bundesregierung wird kurzfristig die Nationale Wasserstoffstrategie vorlegen. Deren Ziel soll es sein, Deutschland bei modernster Wasserstofftechnik zum Ausrüster der Welt zu machen", hieß es. Nach langem Hin und Her wurde auch festgelegt, wie schnell und auf welche Kapazität die Produktion hochgefahren werden soll. Wasserstoff spielt eine wichtige Rolle bei der Energiewende. Dabei wird Deutschland aber auch auf Importe aus dem Ausland angewiesen sein.

Aus der Strategie solle ein Programm zur Entwicklung von Wasserstoffproduktionsanlagen entwickelt werden, kündigte die Regierung an. Um den Einsatz dieser Technologien auch in Deutschland im Industriemaßstab zu demonstrieren, sollen bis 2030 industrielle Produktionsanlagen von bis zu fünf Gigawatt Gesamtleistung einschließlich der dafür erforderlichen Offshore- und Onshore-Energiegewinnung entstehen. Bis 2035 sollen möglichst weitere fünf Gigawatt zugebaut werden. Bis 2040 spätestens noch mal soviel.

Umweltschützer dringen darauf, dass Wasserstoff mit Hilfe erneuerbarer Energien wie Wind und Sonne erzeugt wird und nicht auf Basis von fossilen Brennstoffen wie Erdgas. Nur dann handele es sich um wirklich "grünen Wasserstoff". "Wir streben die Befreiung der Produktion von grünem Wasserstoff von der EEG-Umlage an", hieß es in dem Papier. Da die eigene Produktion den Bedarf wohl kaum decken kann, blickt die Regierung ins Ausland. "In der Umsetzung der Wasserstoffstrategie wird Deutschland außenwirtschaftliche Partnerschaften mit solchen Ländern aufbauen, in denen aufgrund der geographischen Lage Wasserstoff effizient produziert werden kann." Dort sollten große Produktionsanlagen aufgebaut werden.

thyssenkrupp AG

WKN 750000 ISIN DE0007500001