Reuters

BASF rutscht in der Coronakrise in die roten Zahlen

10.07.2020 um 16:47 Uhr

München (Reuters) - Der Chemieriese BASF ist im zweiten Quartal wegen der eingetrübten Erwartungen des Öl- und Gas-Produzenten Wintershall DEA und des Nachfragelochs in der Autoindustrie tief in die roten Zahlen gerutscht.

Der Verlust liege nach Anteilen Dritter bei 878 Millionen Euro, teilte der Konzern am Freitag in Ludwigshafen mit. Hauptgrund dafür sei eine rund 800 Millionen Euro schwere Abschreibung auf die Beteiligung an Wintershall DEA. Die langfristigen Prognosen für den Öl- und Gaspreis seien gesunken, die Rohstoffreserven seien wohl größer als gedacht. BASF hatte den eigentlich für die zweite Jahreshälfte geplanten Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens mit dem Finanzinvestor LetterOne im Mai unter dem Eindruck der Corona-Krise auf Eis gelegt.

Im zweiten Quartal 2019 hatte BASF wegen eines Buchgewinns infolge der Fusion von Wintershall und DEA noch knapp sechs Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen. Der Chemiekonzern hält 67 Prozent an Wintershall DEA.

Operativ fielen die Geschäftszahlen von BASF in der Krise aber besser aus als gedacht. Das Betriebsergebnis vor Sondereffekten (Ebit) brach zwar um mehr als drei Viertel auf 226 (995) Millionen Euro ein, weil die Nachfrage aus der Autoindustrie fehlte, den wichtigsten Kunden von BASF. Es habe damit aber über eigenen Erwartungen gelegen. Vorstandschef Martin Brudermüller hatte bis zuletzt auch einen operativen Quartalsverlust nicht ausgeschlossen. Analysten hatten BASF im Schnitt nur 146 Millionen Euro Gewinn zugetraut. Verbessert haben sich den Angaben zufolge die Ergebnisse in der Sparte Nutrition & Care, also im Geschäft mit der Nahrungsmittel-, Gesundheits- und Kosmetikindustrie.

Das ließ die BASF-Aktie ins Plus drehen. Mit 49,85 Euro lag sie am Nachmittag 0,5 Prozent im Plus.

Der Umsatz sank von April bis Juni um zwölf Prozent auf 12,7 Milliarden Euro, war damit aber ebenfalls deutlich höher als die Analystenschätzungen. Die genauen Quartalszahlen will BASF am 29. Juli vorlegen.

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