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Stripe-Europachef - Haben Kunden durch Wirecard-Insolvenz gewonnen

17.07.2020 um 10:12 Uhr

- von Nadine Schimroszik

Berlin (Reuters) - Der US-Zahlungsdienstleister Stripe profitiert von der Insolvenz des deutschen Konkurrenten Wirecard.

"Es ist schwer, den Effekt zu beziffern. Aber in der Tat sind einige frühere Wirecard-Kunden zu uns gewechselt", sagte der für Europa, den Nahen Osten und Afrika verantwortliche Manager Matt Henderson im Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Das sei einer der Gründe, weswegen Stripe weiterhin so stark wachse. Dass der Wirecard-Skandal ein schlechtes Licht auf die Fintech-Branche wirft, kann Henderson bisher nicht feststellen: "Der Sektor ist breitgefächert." Ob Stripe am Kauf von Teilen des Unternehmens interessiert ist, wollte Henderson nicht sagen.

Die Corona-Krise, die die Digitalisierung rund um den Globus beschleunigt, beschert dem von den irischen Brüdern Patrick und John Collison gegründeten Startup derzeit glänzende Geschäfte auf beiden Seiten des Atlantiks. "In der Zeit von März bis Juni hat Stripe mehr als 100.000 in Europa ansässige Neukunden gewonnen, global waren es mehrere Hunderttausend", sagte Henderson, der in der Vergangenheit für die Tech-Schwergewichte Google und Amazon gearbeitet hat. In der Corona-Krise haben mehr Menschen und Firmen begonnen, bargeldlos zu zahlen und Bankgeschäfte online vorzunehmen.

Erst kürzlich expandierte Stripe in fünf weitere europäische Länder und kommt damit inzwischen auf 28. "Irgendwann sollen es alle sein", kündigte Henderson an, der auch die in den USA bereits zum Angebot gehörenden Kreditkarten und die Kreditvergabe nach Europa holen will. Zudem arbeitet das 2011 gegründete Unternehmen an Produkten, die Firmen dabei helfen sollen, regulatorische Vorgaben zu kennen und einzuhalten.

Stripe gehört mit einer Bewertung von 36 Milliarden Dollar zu den wertvollsten nicht-börsennotierten Unternehmen weltweit. Die Firma hat eine Plattform entwickelt, über die Zahlungen angenommen und Auszahlungen gesendet werden können. Zu den Kunden gehören Amazon, Google, Salesforce, Zoom und auch Axel Springer. Der Europasitz befindet sich in Dublin.

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