Reuters

Gesenkte Mehrwertsteuer hilft der Pkw-Nachfrage

05.08.2020 um 14:52 Uhr

Hamburg (Reuters) - Der gebeutelte Automarkt hat sich durch die Senkung der Mehrwertsteuer etwas erholt.

Nach dem Absturz der Neuzulassungen in den zurückliegenden Monaten fiel das Minus im Juli deutlich geringer aus. Mit rund 315.000 Neuwagen kamen nur rund fünf Prozent weniger Fahrzeuge auf die Straßen als vor einem Jahr, wie das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Von Entwarnung kann nach Meinung von Experten aber keine Rede sein, da es sich zum großen Teil um ohnehin geplante Käufe handelt. Private Autokäufer hätten abgewartet, um von der Mehrwertsteuersenkung im Juli zu profitieren, sagte Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY. Bei Firmen sei die Zurückhaltung dagegen nach wie vor groß.

Der Branchenverband VDA geht nicht davon aus, dass sich die Bedingungen schon verbessert haben. "Wir können noch lange nicht wieder von einem Normalzustand sprechen", erklärte Verbandschefin Hildegard Müller. Verglichen mit den Wochen des Produktionsstillstands gehe es immerhin wieder voran. Für die kommenden Monate rechnet Müller damit, dass die Minusraten kleiner werden. Im Gesamtjahr erwartet der VDA einen Rückgang der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland um 23 Prozent auf rund 2,8 Millionen Fahrzeuge. Der Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass die Pandemie eingedämmt werden könne.

Müller hob hervor, dass die Produktionskapazitäten an die geringere Nachfrage angepasst werden müssten. Hinzu kämen die hohen Investitionen in die Elektromobilität und die Digitalisierung. Deshalb sei davon auszugehen, dass die Beschäftigung weiter sinken werde. Betroffen davon seien vor allem Zulieferer.[L8N2F61V9]

Auch der Importeursverband VDIK sieht keinen Grund für eine Entwarnung. Der Markt befinde sich weiter auf dem niedrigsten Niveau seit der Wiedervereinigung.

BOOM BEI E-AUTOS

Der Boom bei den Elektroautos setzte sich unterdessen fort. Angetrieben durch den im Rahmen des Konjunkturprogramms zur Bewältigung der Corona-Krise verdoppelten staatlichen Zuschuss verdreifachten sich die Neuzulassungen rein batteriegetriebener Wagen fast. Der Absatz von Plug-in-Hybriden, die an der Steckdose aufgeladen werden können, versechsfachte sich sogar nahezu. Der gemeinsame Marktanteil sei dadurch von 2,8 auf 11,4 Prozent gestiegen, rechnete Autoexperte Fuß vor. Jeder neunte im Juli neu zugelassene Wagen habe damit einen elektrischen Antrieb.

Als Flaschenhals stellten sich die Kfz-Zulassungstellen heraus, von denen viele Corona-bedingt nur eingeschränkt arbeiten. Der Pkw-Absatz könnte noch höher liegen, wenn nicht einige Zulassungsstellen immer noch im Krisenmodus arbeiten würden, kritisierte das Kraftfahrzeuggewerbe. "Kein Händler kann seinen Kunden erklären, warum dieser mehrere Wochen lang warten muss, bis er sein bereitgestelltes Fahrzeug endlich benutzen kann", sagte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Seit Jahresbeginn schrumpfte der Pkw-Markt laut Kraftfahrt-Bundesamt um 30 Prozent auf gut 1,5 Millionen Einheiten.

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