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Südwestmetall-Chef lehnt Staatsfonds für Autozulieferer ab

08.09.2020 um 10:07 Uhr

Frankfurt (Reuters) - Der Chef des baden-württembergischen Metall-Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, Stefan Wolf, hat sich gegen staatliche Finanzhilfen für Autozulieferer in der Corona-Krise ausgesprochen.

"Ich halte von einem Mittelstandsfonds überhaupt nichts", sagte Wolf, der den mittelständischen Autozulieferer ElringKlinger leitet, am Dienstag dem RBB-Inforadio mit Blick auf den Autogipfel mit der Bundesregierung am Abend. Die Gewerkschaft IG Metall, SPD und Grüne hatten sich für ein solches Programm ausgesprochen, das Zulieferer vor der Pleite bewahren und bei der Umstellung vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb helfen soll. Wolf sieht dagegen vor allem die IG Metall in der Pflicht. Die Gewerkschaft könne Unternehmen durch individuelle Vereinbarungen von Kosten entlasten. "Und bei der Tarifrunde, indem sie nicht mit einer Lohnforderung kommt, indem wir uns unterhalten, wie wir Unternehmen entlasten." IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hatte im Reuters-Interview einen weiteren Lohnversicht der Arbeitnehmer allerdings abgelehnt.

Am Abend tauschen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und mehrere Minister mit Spitzenvertretern der Autoindustrie und der Gewerkschaft IG Metall sowie den Regierungschefs der wichtigen Autoländer im Rahmen der "Konzertierten Aktion Mobilität" über die Lage der wichtigsten deutschen Industrie aus. Die Branche stand schon vor der Corona-Krise unter großem Druck durch Klimaschutz und Digitalisierung, der vom Verbrennungsmotor abhängige Zulieferer am härtesten trifft. Mit der Pandemie brach die Nachfrage ein, ein Teil der Produktion fiel durch den Lockdown aus. "Die Situation ist extrem schwierig", sagte Südwestmetall-Chef Wolf dem Sender. "Es wird massiven Abbau von Arbeitsplätzen geben."

Eine Kaufprämie für moderne Verbrennerautos will die Autoindustrie nicht erneut fordern. Die Bundesregierung hatte sich dagegen entschieden und die Kaufprämien für Elektroautos erhöht sowie die Mehrwertsteuer gesenkt. Letzteres bringe aber nicht viel bei der Autonachfrage, erklärte Wolf. "Manchmal fällt die Politik Entscheidungen, ohne sie bis ins Detail zu durchdenken. Die Sache ist durch, wir müssen sehen, wie wir aus der Krise kommen."

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