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Umfrage - Firmen schränken wegen Datenschutz Home-Office-Anwendungen ein

29.09.2020 um 11:37 Uhr

Berlin (Reuters) - Viele Unternehmen in Deutschland verzichten in der Corona-Krise wegen der Datenschutz-Anforderungen zum Teil auf digitale Anwendungen zur Vernetzung im Home-Office.

Fast ein Viertel der Firmen setzt keine sogenannte Kollaborations-Software wie Microsoft Teams oder Google Hangouts ein, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Branchenverbandes Bitkom unter mehr als 500 Unternehmen hervorgeht. Weitere 17 Prozent nutzen solche Anwendungen nur eingeschränkt. "Viele Unternehmen stecken in einem Dilemma: Einerseits sind sie angewiesen auf Kommunikations- und Kollaborationstools, die die Zusammenarbeit auf Distanz ermöglichen und Dienstreisen ersetzen. Andererseits kritisieren deutsche Aufsichtsbehörden eben jene Tools als nicht datenschutzkonform", sagte Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. Angesichts der Hygienebestimmungen arbeiten in der Pandemie immer mehr Menschen rund um den Globus von zu Hause.

Der Umfrage zufolge kämpft die große Mehrheit auch mehr als zwei Jahre nach Einführung noch mit der Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Zwei von drei Firmen beklagen demnach zu viele Änderungen oder Anpassungen bei der Auslegung. Sechs von zehn Unternehmen sehen laut der Studie als eines der größten Probleme die fehlenden Umsetzungshilfen durch Aufsichtsbehörden, fast die Hälfte nennt die uneinheitliche Auslegung der Regeln innerhalb der EU. Bisher hat nur jedes fünfte Unternehmen die DSGVO vollständig umgesetzt und auch Prüfprozesse für die Weiterentwicklung etabliert. Auch Innovationen bleiben durch die DSGVO auf der Strecke: Der Umfrage zufolge sind bei mehr als jedem zweiten Unternehmen neue innovative Projekte deswegen gescheitert.

Die seit Mai 2018 geltende DSGVO verpflichtet Unternehmen dazu, sorgsamer mit den Informationen ihrer Kunden umzugehen, sie umfassender zu informieren und Einwilligungen einzuholen. Zudem müssen Kunden in der Lage sein, die Löschung ihrer Daten in Auftrag zu geben oder ihre Daten zu einem anderen Anbieter zu übertragen. Unternehmen drohen bei Verstößen hohe Strafen von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes.

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