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Autolobby dringt auf "Ladesäulengipfel" für Ausbau der E-Mobilität

18.11.2020 um 13:32 Uhr

Hamburg (Reuters) - Nach den Beschlüssen der Bundesregierung für weitere Kaufprämien für E-Autos dringt die Autobranche auf den raschen Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Dazu sollten möglichst noch vor Weihnachten Vertreter der Mineralölindustrie, der Energiewirtschaft, der Wohnungswirtschaft, der Kommunen und der Automobilindustrie an einen Tisch gebracht werden, sagte VDA-Chefin Hildegard Müller am Mittwoch. Bisher schaue jeder auf den anderen. Die einen forderten mehr Elektroautos, die anderen wollten zuerst mehr Lademöglichkeiten. "Wir schaffen nur dann Vertrauen, wenn eine flächendeckende Infrastruktur entsteht", betonte Müller.

Hinterfragt werden müsse zudem, ob es sinnvoll sei, dass nach dem Beispiel von Tesla jeder Autohersteller sein eigenes Ladenetz aufbaue und nur seinen E-Autos eine Lademöglichkeit einräume. Das würde das Ganze nur verteuern und sei zudem eine Riesenherausforderung für die Netzbetreiber, sagte Müller, die früher in der Energiewirtschaft gearbeitet hat.

"Mir geht es um die Koordination und die Beschleunigung von Verfahren. Und um die Beteiligung des Staates mit finanziellen Mitteln." Aktuell sei der Ausbau wirtschaftlich kaum darstellbar. "Wenn mehr E-Autos kommen sollen, müssen Bund, Länder und Kommunen jetzt in Vorleistung gehen und das Umfeld attraktiv machen." Aktuell gebe es erst 32.000 Ladepunkte im öffentlichen Raum. 

Die Bundesregierung hatte am Dienstagabend im Beisein von Kanzlerin Angela Merkel eine Verlängerung der Kaufprämie für Elektroautos über 2021 hinaus bis 2025 beschlossen. Außerdem wurde eine Abwrackprämie für ältere Lkw und ein Fonds zur Unterstützung der Betriebe bei der Umstellung auf klimafreundliche Antriebe auf den Weg gebracht. Die in der Corona-Krise besonders angeschlagene Zulieferindustrie kann mit weiteren Hilfen rechnen. Die Bundesregierung erwartet darüber hinaus einen "ambitionierten Beitrag" zum Aufbau der Lademöglichkeiten. Ziel ist eine Ausrüstung von mindestens 25 Prozent aller Tankstellen mit Schnelllade-Einrichtungen bis Ende 2022. Danach soll die Quote schrittweise erhöht werden. Dazu sollen möglichst bald Gespräche mit der Mineralölindustrie über eine Selbstverpflichtung beginnen. Sollten die vereinbarten Ziele nicht freiwillig erreicht werden, will die Regierung die Quoten gesetzlich durchsetzen.

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