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"Milliarden schmelzen dahin " - Thyssen-Investoren machen Druck

28.01.2021 um 14:37 Uhr

- von Tom Käckenhoff und Christoph Steitz

Düsseldorf/Frankfurt (Reuters) - Wenige Tage vor der Hauptversammlung von Thyssenkrupp erhöhen Investoren den Druck auf Vorstandschefin Martina Merz.

"Mit dem Verkauf der Aufzugssparte hat Frau Merz Zeit gekauft, aber noch keine Zukunft erschlossen", sagte am Donnerstag der Leiter Nachhaltigkeit im Portfoliomanagement der Fondsgesellschaft Union Investment, Henrik Pontzen. "Immer noch schmelzen die Milliarden wie Butter in der Sonne. Thyssenkrupp muss es endlich schaffen, den negativen Cashflow zu stoppen." Union hält knapp 0,1 Prozent an dem Konzern. Am 5. Februar stellt sich Merz auf der virtuellen Hauptversammlung den Aktionären. Dabei dürften Fragen nach der Zukunft der Stahlsparte im Mittelpunkt stehen.

Die Thyssenkrupp-Chefin will im März entscheiden, ob sie das schwächelnde Geschäft mit dem Werkstoff an den britischen Konkurrenten Liberty Steel verkauft. Dieser hatte vor wenigen Tagen seine Übernahme-Offerte aktualisiert. Das Management und die mächtige IG Metall hatten sich zunächst dazu nicht geäußert. Liberty Steel-Chef Sanjeev Gupta hat Insidern zufolge Zugeständnisse für Standorte und Arbeitsplatzsicherheit an die 27.000 Stahlkocher von Thyssenkrupp gemacht. Merz prüft auch eine Abspaltung des Geschäfts - wie ernsthaft ist offen.

"Das Angebot von Herrn Gupta soll Arbeitsplätze und Zukunft durch grünen Stahl sichern. Ein solches Angebot klingt verlockend, bedarf aber einer genauen Prüfung seitens Thyssenkrupp", betont Union-Experte Pontzen. Bislang hätten sich alle Optionen für die Stahlsparte zerschlagen. "Grund dafür sind vor allem auch die Lasten der Vergangenheit in Gestalt von strategischen Fehlentscheidungen und hohen Pensionsverpflichtungen." Auf der Stahlsparte lasten etwa Verbindlichkeiten von knapp vier Milliarden Euro.

EXPERTEN - THYSSENKRUPP KÄMPFT NOCH UMS ÜBERLEBEN

Die Stahlsparte ist das Herz des Konzerns. Viele Jahre war sie der größte Gewinnbringer. Mit der Corona-Krise und dem Einbruch der Nachfrage wichtiger Abnehmerbranchen wie der Automobilindustrie ist das ohnehin schwächelnde Geschäft weiter unter Druck geraten. Im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 fuhr Thyssenkrupp Steel Europe einen Verlust von knapp einer Milliarde Euro ein. Auch im laufenden Geschäftsjahr drohen rote Zahlen.

Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei Deka Investment, begleitet seit Jahren den Konzern, der immer auch enge Bindungen zur Politik unterhielt und bei dem Management, IG Metall und die Großaktionäre Krupp-Stiftung und der Finanzinvestor Cevian nicht immer an einem Strang ziehen. "Thyssen ist bei weitem noch nicht über den Berg, die nächsten Monate werden über die Zukunft und die Überlebensfähigkeit entscheiden, betont Speich. Deka hält etwa 0,3 Prozent an Thyssenkrupp. Die Stahlsparte sei nicht ausreichend wettbewerbsfähig und weiterhin ein Schatten ihrer selbst, kritisiert Speich. Hohe Investitionen seien notwendig, um die Stahlsparte fitzumachen, die dem Konzern in anderen Bereichen fehlen würden. Sofern ein Verkauf erfolge, müsse sichergestellt werden, dass es keinen Rückgriff auf den Konzern gebe. "Nach der Aufbruchsstimmung des Vorstands müssen nun auch Taten folgen."

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