Reuters

Santander hakt 2020 mit Rekordverlust ab - Anleger zuversichtlich

03.02.2021 um 10:12 Uhr

Madrid (Reuters) - Umbaukosten und Belastungen durch die Corona-Krise haben der spanischen Bank Santander im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von fast neun Milliarden Euro eingebrockt.

Es war der erste Jahresverlust überhaupt für das größte spanische Geldhaus. Im vierten Quartal schrumpfte der Nettogewinn wegen milliardenhoher Restrukturierungskosten um 90 Prozent auf 277 Millionen Euro zusammen, wie Santander am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten mit noch stärkeren Rückgängen gerechnet. Die Aktien legten um drei Prozent zu.

Wegen der schlechteren Konjunkturaussichten schrieben die Spanier bereits im zweiten Quartal fast 13 Milliarden Euro auf frühere Zukäufe ab. Hinzu kam eine höhere Risikovorsorge für drohende Kreditausfälle. Diese Belastungen summierten sich aufs Jahr gesehen auf 12,2 Milliarden Euro, knapp ein Drittel mehr als 2019. Auch andere Banken in Europa mussten mehr zur Seite legen, um Kreditausfälle abzufedern - allerdings teilweise viel weniger. Bei der Deutschen Bank, die am Donnerstag ihre Jahreszahlen vorlegt, summierte sich die Risikovorsorge laut früheren Angaben auf 1,8 Milliarden Euro.

Santander ist von der Corona-Krise besonders gebeutelt, da Spanien und Brasilien zu den wichtigsten Märkten gehören. Beide Länder gehören zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Staaten. Unter dem Strich stand 2020 ein Verlust von 8,8 Milliarden Euro, nachdem Santander ein Jahr zuvor noch 6,5 Milliarden Euro verdient hatte. Wegen der niedrigeren Zinsen gingen die Zinserträge zurück und auch die Provisionseinnahmen lagen unter dem Vorjahresniveau.

Zuversichtlich stimmte Anleger aber, dass die Zinseinnahmen im Vergleich zum dritten Quartal 2020 zulegten, wie Analysten der US-Bank Jefferies konstatierten. Zudem sei die Risikovorsorge im vierten Quartal niedriger gewesen und die Bank habe mehr im Handelsgeschäft verdient, erklärten Experten der Bank Citi. Aktionäre sollen eine kleine Dividende von knapp drei Cent je Anteilschein erhalten. Eigentlich wollte Santander noch mehr an Investoren ausschütten, die Europäische Zentralbank schob dem aber einen Riegel vor. Sie rief Banken in der Euro-Zone dazu auf, ihr Kapital zusammenzuhalten, um die Belastungen durch die Corona-Krise besser abfedern zu können.

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