Reuters

Myanmar - Diplomatische Bemühungen Indonesiens lösen weitere Proteste aus

24.02.2021 um 08:37 Uhr

(Reuters) - Indonesien hat das für Donnerstag geplante Treffen der Außenministerin Retno Marsudi mit der Militärjunta in Myanmar abgesagt.

"Nachdem wir die gegenwärtige Entwicklung und den Beitrag anderer ASEAN-Länder berücksichtigt haben, ist dies nicht der ideale Zeitpunkt, um einen Besuch in Myanmar abzustatten," sagte der Sprecher des indonesischen Außenministeriums, Teuku Faizasyah, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Der mögliche Besuch Marsudis war bei pro-demokratischen Aktivisten in Myanmar auf Widerstand gestoßen. Ein Treffen der indonesischen Außenministerin mit der Militärführung sei "gleichbedeutend mit der Anerkennung der Junta", hatte die Future Nation Alliance (FNA), eine in Myanmar ansässige Aktivistengruppe, am Dienstag erklärt.

Die Besuchspläne waren zuvor über ein Regierungsdokument durchgesickert. Die FNA hatte zuvor ausländische Botschafter in Myanmar aufgefordert, sich mit Htin Lin Aung zu treffen, der die Interessen der entmachteten Regierung der inhaftierten De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi vertrete. Er sei der "einzig verantwortliche Ansprechpartner für auswärtige Beziehungen".

Zudem befürchten die Demokratie-Aktivisten, dass ein Abkommen mit der Junta ihre Forderungen nach Anerkennung des Ergebnisses der Novemberwahlen untergraben könnte. Marsudi hatte in Südostasien um Unterstützung für ein Sondertreffen mit Myanmar geworben. Mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten, dass die Regierung in Jakarta vorgeschlagen hatte, Beobachter zu entsenden, um sicherzustellen, dass die Militärjunta faire Wahlen abhalte. Hunderte Demonstranten versammelten sich daher vor der indonesischen Botschaft in Rangun, der größten Stadt Myanmars, um gegen den Neuwahl-Vorschlag zu protestieren.

Das Militär in dem südostasiatischen Land hatte am 1. Februar geputscht. An dem Tag hätte das im November neu gewählte Parlament zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen sollen. Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie (NDL) hatte die Wahl mit großem Vorsprung gewonnen, das Militär erkennt das Ergebnis aber nicht an und spricht von Betrug. Seit dem Putsch kommt es zu Massenprotesten.

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